Lehrlinge aus dem Burgenland übernahmen Nationalrat. Schüler der Berufsschule Oberwart schlüpften beim Lehrlingsparlament in der Hofburg in die Rolle von Politikern.

Von Maria Prchal. Erstellt am 21. Mai 2019 (19:35)
Maria Prchal
Robert Kis und Fabian Bachmann 

Der Nationalrat tagt zwar erst am Montag, in seinem Sitzungssaal wurde es aber heute schon spannend. Beim Lehrlingsparlament diskutieren über 60 Jugendliche wie die "echten Politiker" - mit dabei einige Berufsschüler aus Oberwart.

In verschiedene Klubs aufgeteilt, debattierten die Jugendlichen über einen fiktiven Gesetzesvorwurf zum Thema "Erasmus+ Das EU-Programm für Bildung, Jugend und Sport". Betreut wurden sie dabei sowohl von Experten als auch Abgeordneten zum Nationalrat, die dafür ihre parteipolitische Rolle ablegten. 

Nach kräftezehrenden Klubsitzungen hielten die Lehrlinge im großen Redoutensaal schließlich auch eine Plenarsitzung ab.

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Die Lehrlinge aus Oberwart mit Betreuerin Daniela Holzinger-Vogtenhuber von der Liste JETZT.

"Politik ist komplex. Aber es ist ein Erfolgserlebnis für die Jugendlichen, diese Vorgänge zu durchblicken und besser nachvollziehen zu können", sagt Elisabeth Schindler-Müller.

Mit dem Erasmus-Fokus, gehe es um "eine nationale Umsetzung einer europäischen Gesetzgebung". Damit rückt den Jugendlichen kurz vor der Europa-Wahl die EU noch ein Stückchen näher.

Das bestätigen die Lehrlinge aus dem Burgenland. "Man denkt sich, Politiker machen nicht viel. Aber das stimmt nicht, ihr Job ist nicht so leicht", sagt der 20-jährige Fabian Bachmann aus Schattendorf im Bezirk Mattersburg. Der angehende Elektriker hat auch einen Tipp für Sonntag: "Wählen gehen! Wenn wir nicht unsere Stimme abgeben, stimmen andere für uns ab."

Dem schließt sich sein Kollege Robert Kis aus Oberloisdorf bei Oberpullendorf an: "Wir entscheiden hier unsere Zukunft. Beim Brexit hat man ja gesehen was passiert, wenn die junge Generation nicht abstimmt."

Solche hochpolitischen und kritischen Statements fielen zuhauf beim Lehrlingsparlament: "Das ist eine sehr unterschätzte Gruppe", sagt Schindler-Müller über die Lehrlinge, die am Schluss sogar Positionspapiere an ihre jeweiligen Betreuer übergaben.

Was die Burschen noch alles erlebt haben und wie das Lehrlingsparlament sonst ablief, steht in der kommenden BVZ.