Pinczolits geht: Scheidender Protokollchef im Interview. Johannes Pinczolits geht als Landes-Protokollchef in Pension. Mit der BVZ sprach er über Könige, Präsidenten – und die Burgenländer.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 13. Februar 2019 (05:59)
Sziderics/Hafner
Bewegte Jahre. Johannes Pinczolits mit Burkina Fasos Botschafter Dieudonné Kere (links), bei der Verleihung der Bayreuth-Medaille durch Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (oben rechts) und mit dem schwedischen Königspaar (unten rechts). Fotos: Sziderics/Hafner

Wenn das schwedische Königspaar bei dichtem Nebel die Gänse im Nationalpark sehen will oder wenn die japanische Prinzessin kurzfristig in den Haydnsaal spaziert, wenn ausnahmsweise ein Termin vergessen wird und ein ganzes Kaufhaus für ein Buffet leergekauft werden muss, dann ist ein „Plan B“ gefragt.

Der Mann, der in seinem Repertoire immer auch noch einen „Plan X“ hat, heißt Johannes Pinczolits und ist seit knapp 15 Jahren als Leiter der Stabsstelle Protokoll für Ehrengäste, Empfänge und Veranstaltungen des Landes verantwortlich.

Gutes Verhältnis zu Politikern „aller Farben“

Wenn Landeschef Hans Niessl Ende Februar in den Polit-Ruhestand geht, dann übergibt auch Pinczolits an seinen Nachfolger; im Gespräch dafür soll Manfred Riegler, derzeit Büroleiter in der Landtagsdirektion, sein.

Mehr als 5.000 Veranstaltungen mit gut einer Million Menschen hat Pinczolits in seiner Karriere organisiert. Seinen Abschied gestaltet er, wie es seine Art ist, bescheiden: „Ich habe Könige und viele Staatschefs getroffen. Das größte Glück war für mich aber immer, für das Land und seine Menschen tätig sein zu können.“

Ohne seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – aber auch das gute Verhältnis zu Politikern „aller Farben“ – wäre das nicht möglich gewesen, sagt Pinczolits. Da dürfen auch „Hoppalas“ passieren, unlösbare Probleme habe es nie gegeben.

„Speck und Wein statt Lachs und Kaviar …“

Ob König Carl Gustav, das japanische Thronfolger-Paar, der frühere Bundespräsident Thomas Klestil als „väterlicher Freund“ oder Kammersängerin Ildikó Raimondi – sie alle und viele mehr hätten das Burgenland stets in charmanter Erinnerung behalten, meint Pinczolits im BVZ-Gespräch. Und so mancher prominente Gast habe in gemütlicher Runde sein Herz geöffnet: „Anstelle von Lachs und Kaviar darf’s bei uns auch Speck mit einem guten Glaserl sein.“

Nach so vielen Jahren Dauereinsatz ist ein Abschied immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge verbunden. Worauf freut sich also Johannes Pinczolits in seiner Pension? „Mein privater Terminkalender ist immer etwas kurz gekommen. Deshalb freue ich mich jetzt auf einfache Dinge wie das Rasenmähen, auf Spiele der Wiener Austria und darauf, in Ruhe nachzudenken, wohin der Wind mich weht.“