Tagesabläufe für Home-Office und Fernunterricht . Landesrätin Daniela Winkler empfiehlt Eltern Tipps der Schulpsychologie, um der Mehrfachbelastung während der Corona-Maßnahmen leichter gerecht zu werden.

Von Redaktion bvz.at. Erstellt am 01. April 2020 (13:08)
Landesrätin Daniela Winkler (SPÖ)
SPÖ

„Der Tagesablauf der meisten Menschen ist derzeit geprägt vom Arbeiten und Lernen in den eigenen vier Wänden. Dieser Umstand bringt weitreichende Veränderungen im Alltag mit sich, die viele Familien vor besonders große Herausforderungen stellen. Abgesehen von den räumlichen Verhältnissen sind ein gutes Zeitmanagement und ein hohes Maß an Disziplin entscheidend, damit alle Familienmitglieder ihre Arbeit und Aufgaben nebeneinander zu Hause erledigen können. Um den Alltag mit all seinen Aufgaben, Home-Office und der Betreuung schulpflichtiger Kindern bestmöglich zu meistern, bietet die Schulpsychologie praktische Tipps“, sagt Bildungslandesrätin Winkler.

Schulpsychologe der Bildungsdirektion Burgenland Mag. Klaus Fandl: „Eine Tagesstruktur der Arbeits- und Lernphasen für Kinder und Jugendliche zu entwickeln und diese an die Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler sowie an die Anforderungen der Eltern anzupassen, ist natürlich eine Herausforderung. Wenn dies allerdings gelingt und über Tage praktizierbar bleibt, ergibt dies auch eine Berechenbarkeit in der derzeit unüblichen Situation. Tagesabläufe mit Strukturen bewirken ein Sicherheitsgefühl, das sich – neben den zu bearbeitenden Aufgaben – positiv auf die emotionale Stimmungslage auswirkt.“        

Empfehlungen seitens der Schulpsychologie, um dem Tagesablauf mit Schulkindern eine geordnete Struktur zu verleihen:

  • Strukturieren Sie – im Rahmen eigener Home-Office-Verpflichtungen – den Tag in Lernphasen, Pausen und Freizeit. Struktur ist besonders wichtig für das Lernen zu Hause. Versuchen Sie, einen täglichen Ablauf zu finden, den Sie gemeinsam mit Ihren Kindern festlegen, denn Ihr Kind ist an den schulischen Rhythmus gewöhnt. Wenn ihr Kind in der Schule mit offenen Lernformen selbständig arbeitet, so lassen sie dies auch zuhause zu.
  • Wie ausgedehnt die Lernzeiten gestaltet werden, hängt auch vom Alter der Schülerinnen und Schüler ab: Da Erwachsene die Konzentrationsspanne der Kinder oft überschätzen, sind hier Zeiten aufgeführt: Für Kinder bis Ende der 2. Klasse beträgt die Zeitspanne, in der sich das Kind konzentrieren kann, 10 bis 15 Minuten, bei Kindern der 3. und 4. Klasse ca. 20 Minuten.
  • Die Aufgaben sollten von der Schule so gestaltet sein, dass sie selbstständiges Arbeiten ermöglichen. Stehen Sie aber bitte unterstützend und für Nachfragen zur Verfügung.
  • Versuchen Sie, für die Kinder einen separaten, ruhigen Arbeitsplatz zu schaffen, der diesen für die gesamte Zeit zur Verfügung steht. Man sollte Lern- und Spielräume am besten trennen, z. B. am Küchentisch oder am Schreibtisch im Kinderzimmer wird Hausübung gemacht und gelernt – am Couchtisch wird gespielt und ferngesehen.
  • Lernen soll Spaß machen und spielerisch sein! Seien Sie geduldig und setzen Sie Ihre Kinder nicht unter Druck. Auch für diese ist der Unterricht zu Hause eine neue und ungewohnte Situation, an die sie sich erst gewöhnen müssen. Loben und motivieren Sie ausreichend und unmittelbar. Bei Fehlern korrigieren Sie behutsam.
  • Halten Sie Kontakt zu den Lehrpersonen und wenden Sie sich bei Problemen an die entsprechenden Ansprechpartner. Geben Sie bitte bei Überforderung und Überlastung der Kinder direktes Feedback an die Klassenlehrkraft.
  • Auch Erziehungsberechtigte brauchen einmal eine Pause! Um Überforderungen zu vermeiden und den Alltag zu Hause aufzulockern, ist regelmäßige Pausensetzung auch für Sie ratsam.


Weitere Informationen dazu werden laufend ergänzt. Diese sind auf der BMBWF Homepage verfügbar: www.schulpsychologie.at/gesundheitsfoerderung
Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz unterstreicht, dass es in dieser ungewöhnlichen Situation geregelte Abläufe braucht, um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Familienmitglieder unter einen Hut zu bekommen und so etwas wie eine neue Normalität herzustellen.

„Herzlichen Dank allen Familien für die disziplinierte und engagierte Zusammenarbeit mit den Schulen. Strukturen sind eine Art Fahrplan, um die aktuelle Situation zu meistern und die Kinder mit den neuen Gegebenheiten nicht zusätzlich zu überfordern. Unser aller Alltag hat sich in den vergangenen Tagen umfassend verändert, aber wir lernen Schritt für Schritt damit umzugehen. Und wenn wir alle an einem Strang ziehen, wird uns das auch gelingen“, so der Bildungsdirektor.