Mörbisch: „Politische“ Premiere. Seitenhiebe für Bundes- und Landespolitik zum Abschied von Intendantin Dagmar Schellenberger.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 12. Juli 2017 (04:45)
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Seefestspiele Mörbisch
Nina Sorger

So politisch waren die Seefestspiele Mörbisch noch selten: Zum Abschied von Intendantin Dagmar Schellenberger wird der (Landes-)Politik im „Vogelhändler“ der eine oder andere offensichtliche Seitenhieb mitgegeben. Dies war auch bei der Premiere (siehe Seiten 48/49) Gesprächsthema Nummer eins.

Zugleich zeigte man sich auch verwundert, dass Schellenberger, die der Seebühne mittlerweile ihren Stempel aufdrücken konnte, nach fünf Jahren gehen muss. Dass mit Gerald Pichowetz zuerst ein Nachfolger präsentiert und danach wieder abberufen wurde, schlug sich auch in der Inszenierung nieder.

So heißt es wörtlich: „Vielleicht hat man schon wieder einen Neuen. Ja, das soll öfters vorkommen! Ja, auch hier – dass einer plötzlich Vorgänger war, noch ehe er Nachfolger werden konnte.“

Strache, Pilz und Co. tauchen im Stück auf

Anspielungen gab es auch auf die Bundespolitik: Von Kanzler Christian Kern über Sebastian Kurz bis hin zu Heinz-Christian Strache und Peter Pilz fanden sich die Polit-Größen namentlich im Stück wieder. Intendantin Schellenberger selbst hielt sich in ihrer Rede kurz und verabschiedete sich „mit Anstand“.

Was noch auffiel: Den meisten Applaus bei der Begrüßung erhielt FPÖ-Chef Strache, das größte Raunen ging durch die Menge, als Norbert Darabos, der im Eurofighter-U-Ausschuss gerade österreichweit im Mittelpunkt steht, begrüßt wurde.

Die Seitenhiebe im Stück nahm man auf BVZ-Anfrage im Landhaus übrigens mit Humor.