Doppelt so viele Gäste, als angekündigt. Mehr als 2.700 Leute kamen zum SPÖ-Wahlkampfauftakt in die Messehalle Oberwart und feierten Spitzenkandidat Hans Peter Doskozil.

Von Carina Fenz. Erstellt am 03. Januar 2020 (19:53)

Aus den knapp 1.300 angekündigten Gästen, sind es dann letztendlich doch viel mehr geworden. Knapp 2.700 Leute waren es am Freitagabend, die zum Wahlkampfauftakt der SPÖ Burgenland in die Messehalle nach Oberwart gekommen sind. Angesichts des Ansturms, mit dem die SPÖ nicht gerechnet hat und der auch zwischenzeitlich für etwas Chaos sorgte, mussten zusätzliche Sessel aufgestellt werden, um allen anwesenden Dosko-Fans einen Sitzplatz zu bieten, was aber dann doch nicht möglich war. Pünktlich um 18 Uhr ist der SPÖ-Spitzenkandidat Hans Peter Doskozil dann unter lauten „Dosko-Rufen“ und unter minutenlangem Applaus in die Messehalle einmarschiert.

"Das größte und kräftigste Freundschaft gebührt euch“, tönte es dann von Landesgeschäftsführer Christian Dax, der die knapp 2.700 Gäste begrüßte. Das ist ein Zeichen, das ist ein Signal“, so Dax.  

Carina Fenz

Höhepunkt war dann die knapp 30-minütige Rede von Spitzenkandidat Hans Peter Doskozil, der um 18:53 Uhr unter großem Applaus und sichtlich berührt von der Menschenmenge aufs Podium trat. „Das sind Emotionen, es bewegt einen, auch in Zeiten wie diesen. Hier sieht man, was es bedeutet, Sozialdemokratie zu leben, sozialdemokratisch zu denken und Sozialdemokratie mitfühlen zu können. Wir werden diese Wahl gewinnen ", tönte der burgenländische SPÖ-Chef in Richtung des Publikums.

Auch einen Seitenhieb auf die Bundes-SPÖ konnte sich Doskozil nicht verkneifen: "2006 hat man einen Fehler auf Bundesebene gemacht, zum Preis der Macht, eine Koalition einzugehen, die der SPÖ geschadet hat, indem man auf das Innen- und Finanzministerium verzichtet hat. Hier ist es nicht mehr gelungen, soziale Themen, Themen, die die Menschen bewegen umzusetzen, den Preis bezahlen wir jetzt."

Angeschnitten wurden dann auch die Kernthemen Pflege, Mindestlohn von 1.700 Euro, die Klimapolitik, die so Doskozil "mit Hausverstand zu machen ist." "Gesellschaftspolitischer Ausgleich und Sozialpolitik zu machen, dass muss unsere Handschrift sein",  so Doskozil weiter.

Lexi

"Es geht am 26. Jänner darum, wer das Land reagiert. Im Vorfeld kann niemand sagen, was passieren wird. Wir können keinen Großmut haben, jetzt ist der Wähler am Wort und wir haben eine gute Ausgangsposition. Wir sind eine stolze Sozialdemokratie, aber die Zeiten der absoluten Mehrheiten sind vorbei. Wir müssen uns auch Gedanken machen, ob Türkis-NEOS-Grün möglich ist. Lasst euch nicht täuschen, wir brauchen ein Plus, das ist schwierig, aber nur im Burgenland möglich", stimmt Doskozil auf das Wahlkampf-Finale ein. 

Eine abschließende Botschaft gab es dann von Doskozil auch, nämlich an seine Parteikollegen: "Bitte denkt daran, dass es auch wichtigere Dinge als die Politik gibt, nämlich Gesundheit und Familie. Auch wenn der Wahlkampf hart und manchmal unfair ist, es geht darum, seinem Gegner und auch seinen Parteifreunden wieder in die Augen schauen zu können", erklärt Doskozil.