Ärztemangel im Burgenland: Kooperation mit DPU Krems. Wie bekommt man (junge) Mediziner? Im Land antwortet man mit eigenen Stipendien – und fordert „Kreativität“ vom Bund.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 29. Juli 2021 (05:28)
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12.777 Teilnehmer haben den Aufnahmetest für die 1.740 Medizin-Studienplätze absolviert. Bei diesem Andrang verwundert es vielleicht, dass der Ärztemangel nicht nur bundes-, sondern auch europaweit als ewiges Sorgenkind gilt. Dabei geht es aber vor allem darum, wie man die angehenden Medizinerinnen und Mediziner am Ende ins Land „lockt“.

Seitens des Burgenlandes wird deshalb die Kooperation mit der Danube Private University in Krems (DPU) fortgeführt: Seit 2019 wird ein Kontingent kostenloser Studienplätze angeboten, das für Burgenländerinnen und Burgenländer reserviert ist. 32 haben sich heuer für die Stipendien beworben, sechs davon wurden von der DPU als künftige Studierende ermittelt.

Nach der Uni für fünf Jahre im Land

Zentraler Punkt des Stipendiums: Die Jung-Mediziner verpflichten sich dazu, nach dem Studium für zumindest fünf Jahre auf einer Kassenstelle im Burgenland zu praktizieren.

„Wir setzen alle Hebel in Bewegung, um die wohnortnahe ärztliche Versorgung trotz bevorstehender Pensionierungswelle möglichst flächendeckend gewährleisten zu können“, fasst Landeshauptmann Hans Peter Doskozil zusammen. Im Hinblick auf viele, die mit Unterstützung der öffentlichen Hand ein Medizinstudium absolvieren und danach abwandern, regt er ein ähnliches Modell im Bund an und wünscht sich „mehr Kreativität in der gesundheitlichen Schlüsselfrage“.

Den Konkurrenzkampf um junge Ärztinnen und Ärzte kennt Kammer-Vize Michael Schriefl ebenso: „Es geht auch um jene, die jetzt mit dem Studium fertig werden. Sie sollte man für die Spitäler anwerben, dann gibt es eine Chance, dass sie im Land bleiben.“ In solchen Fällen wird die Übernahme von Ordinationen ebenso gefördert.