Fußfessel weg: „Graf Ali“ war brav. Alfons Mensdorff-Pouilly stand in den letzten vier Monaten in seinem Schloss unter Arrest. Jetzt ist er die Fußfessel los.

Von Carina Fenz. Erstellt am 22. August 2018 (04:56)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Gefangen im eigenen Haus. Vier der ursprünglich acht Monate seiner Strafe verbüßte Alfons Mensdorff-Pouilly in seinem Schloss in Luising. Dank der Fußfessel war ihm der Zutritt in einige Teile seines Schlosses nicht möglich.
BVZ

Seit Freitag der Vorwoche ist Alfons Mensdorff-Pouilly vorzeitig seine Fußfessel los, die er nach der Verurteilung im Prozess um das Blaulicht-Funksystem Tetron eigentlich für acht Monate verordnet bekommen hatte.

Der Rest seiner Strafe von vier Monaten wurde ihm nun unter einer Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. In diesem Zeitraum darf sich Mensdorff-Pouilly weder strafrechtlich relevant verdächtig noch schuldig machen.

„Eingesperrt bleibt eingesperrt“

Die letzten vier Monate verbrachte Graf Ali aber nicht in Haft, sondern in seinem Schloss in Luising. „Eine Fußfessel ist einem Gefängnisaufenthalt zu bevorzugen, aber eingesperrt bleibt eingesperrt, auch wenn es in den eigenen vier Wänden passiert“, spricht Mensdorff-Pouilly mit der BVZ über seine besonderen Erfahrungen in den letzten Monaten.

„Ich selbst durfte in dieser Zeit nicht alle Bereiche meines Hauses betreten. Klarerweise durfte ich meiner Arbeit nachgehen und auch Besucher empfangen, das hat es erträglich gemacht“, erklärt der leidenschaftliche Waidmann, der während seines „Hausarrests“ auch mit einem Jagdverbot belegt wurde.

Dass es der Lobbyist mit diesem in den letzten vier Monaten nicht so ernst genommen haben soll, will er nicht gelten lassen. „Ich habe beileibe Wichtigeres zu tun, als zu jagen, dafür hatte ich die letzten 50 Jahren ausreichend Zeit und Gelegenheit. Was meine Strafe betrifft, habe ich alle Ge- und Verbote selbstverständlich eingehalten. Ein Bruch der Regeln wäre seitens der Justiz-Behörden sofort bemerkt worden“, räumt Alfons Mensdorff-Pouilly sämtliche Gerüchten aus der Welt.