Burgenland: Spitals-Fahrten als Hürde. Seit Ende der Chefarzt-Bewilligung verrechnet die Kasse nur mehr Fahrten zur nächstgelegenen Behandlungsstelle.

Von Silke Katschner, Wolfgang Millendorfer und Alexandra Gollubics-Prath. Erstellt am 03. Juni 2021 (05:27)
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Mit dem Taxi zur Behandlung. Eine Fahrt, die Mehrkosten bringen kann.
Shutterstock/ Tricky Shark, Shutterstock/ Tricky Shark

Die Regelung zu Krankenhaus-Transporten, auf die seitens der Wirtschaftskammer erneut mit einem internen Info-Mail hingewiesen wurde, sorgt in der Taxi-Branche und bei Patienten für Fragen. Da angesichts der Pandemie die chefärztliche Bewilligungspflicht für Krankenhaus- Transporte ausgesetzt wurde, werden die Fahrten seitens der ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse) nur mehr bis zur nächstgelegenen Behandlungsstelle (NGB) erstattet.

Was für all jene, die kein öffentliches Verkehrsmittel für die Spitals-Fahrt nutzen können, weniger Bürokratie bringen sollte, hat nun vor allem auch für die Taxi-Unternehmer Mehraufwand zur Folge (siehe unten). Aus der Praxis berichtet ein Unternehmer: „Woher soll ich als Taxler wissen, wo die NGB ist? Ich bin nur der, der fährt. Der Patient weiß das auch nicht – das ist Sache der Ärzte, aber die geben das nicht weiter, am Krankenschein steht auch nichts.“

Als Beispiel nennt der Unternehmer die Fahrt mit einem Patienten aus Oberdorf, der vom Arzt ins Oberpullendorfer Spital geschickt wurde: „Die NGB wäre aber Güssing gewesen, somit wurde mir von der Kasse nur die Fahrt nach Güssing bezahlt. Den Rest muss ich dem Patienten verrechnen, der aus allen Wolken fällt.“

Ein anderer Taxifahrer klagt auch über den bürokratischen Aufwand, da nicht selten das Unternehmen selbst die medizinische Begründung weiterleiten muss: „Und dann wird erst entschieden, ob es bezahlt wird oder nicht.“

Seitens der ÖGK wird auf BVZ-Anfrage auf die allgemeinen Regelungen für den Kostenersatz bei Transporten verwiesen. Das Aussetzen der chefärztlichen Bewilligungspflicht habe ermöglicht, dass „Versicherte trotz Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen ihre Arztbesuche ohne bürokratischen Hürden wahrnehmen können“.

Bernhard Dillhof, Geschäftsführer der zuständigen Fachgruppe in der Wirtschaftskammer sagt, man sei mit der Regelung zufrieden: „Vorher haben sich viele über die Bewilligungspflicht aufgeregt, weil dadurch einiges an bürokratischem Aufwand angefallen ist – man kann es eben nicht allen recht machen. Mehrheitlich werden die neuen Gegebenheiten auch akzeptiert, nur von einigen wenigen nicht.“ Als Kammer sei man auch darum bemüht, in den einzelnen Fällen eine einvernehmliche Lösung zu finden.