Commerzialbank: Die Suche nach den Millionen. Vermögenswerte von Martin Pucher geben zum Teil Rätsel auf: Gerüchte über bis zu 180 Wohnungen im Umlauf.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 08. Oktober 2020 (05:59)
Symbolbild
APA/ROBERT JAEGER

Mit der Prüfungstagsatzung und dem Bericht des Masseverwalters startet am kommenden Montag das Insolvenzverfahren rund um die Commerzialbank Mattersburg in eine neue Phase. Im Hintergrund geht es derzeit noch um das Vermögen des Ex-Bankchefs Martin Pucher, dessen Verbleib nicht gänzlich geklärt scheint.

„Keinesfalls liegt eine etwaige persönliche Bereicherung meines Mandanten vor“, antwortet Pucher-Anwalt Norbert Wess auf eine diesbezügliche Anfrage der BVZ. Wie zu hören war, soll es in den Vermögens-Erhebungen zuletzt um „fehlende“ Millionen gegangen sein, sogar von bis zu 100 Millionen Euro ist die Rede. Dies würde die Gerüchte erklären, wonach Pucher bis zu 180 Wohnungen über Umwege in den letzten Jahrzehnten angekauft haben soll.

Medien-Andrang. KUZ Eisenstadt als Austragungsort. 
Gregor Hafner

Im derzeitigen Stadium des Verfahrens sei nicht verwunderlich, dass es schwierig sei, alle Zahlungsflüsse aus der Vergangenheit zu rekapitulieren, stellt Anwalt Wess klar. Und: „Mein Mandant verfügt, außer über den Hälfte-Anteil des Hauses in Hirm, über keinerlei Liegenschaftsvermögen, schon gar nicht über eine ,große Anzahl von Wohnungen‘ und Ähnliches mehr. Alles Diesbezügliche stellt er entschieden in Abrede“, so Wess gegenüber der BVZ. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) geht angesichts des laufenden Verfahrens auf Anfrage nicht auf die Details ein. Bestätigt wurde indes dass, wie berichtet, gegen sieben Beschuldigte ermittelt wird, darunter auch ein Verband. Alleine in der Vorwoche fanden zwölf Hausdurchsuchungen bei Privatpersonen und Unternehmen statt.

Zugleich hat auch der U-Ausschuss im Land seine Arbeit aufgenommen. Heute, Donnerstag, soll der grundsätzliche Beweisbeschluss gefasst werden.