Parteitag als Start für „Dosko-SPÖ“. Doskozil tritt bei „Mega-Event“ die Nachfolge von Niessl als SPÖ-Chef an. Im neuen Landesteam bleibt kein Stein auf dem anderen.

Von Wolfgang Millendorfer und Markus Stefanitsch. Erstellt am 05. September 2018 (07:08)
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Richtungsweisender Landesparteitag. Landeshauptmann Hans Niessl, Bundesvorsitzender Christian Kern, Landesrat Hans Peter Doskozil (v.l.).
Wolfgang Millendorfer

Beim Parteitag in Oberwart wird Landesrat Hans Peter Doskozil am Samstag nicht nur den Posten des SPÖ-Chefs von Landeshauptmann Hans Niessl übernehmen – es wird auch bekanntgegeben, wann genau der Wechsel an der Landesspitze über die Bühne gehen soll. Dass Doskozil als designierter Landeshauptmann im Hintergrund am neuen Team arbeitet, ist seit seiner Rückkehr ins Land kein Geheimnis.

Darabos nach Brüssel, Dunst als Präsidentin?

Als Fixstarterin gilt dabei nur Landesrätin Astrid Eisenkopf. Landesrat Norbert Darabos soll dem Vernehmen nach als EU-Kandidat nach Brüssel gelobt werden. Landesrätin Verena Dunst gilt wie Niessl in der Gerüchteküche als mögliche Kandidatin für den Sessel des Landtagspräsidenten; im Fall Niessls ist dies aber auszuschließen. Der jetzige Präsident Christian Illedits soll wiederum als Landesrat im Gespräch sein.

Als Darabos-Nachfolger fällt immer wieder der Name von GVV-Präsident Erich Trummer. Aber wie man hört, dürfte Doskozil zwei Positionen mit Quereinsteigern besetzen. Gespräche sollen hier noch laufen.

Mit einem Abschied Niessls wird auch ressortbedingt ein Sitz auf der Regierungsbank frei werden. Hier ist nach wie vor Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz im Gespräch. Als fix gilt, dass die ebenfalls genannte Isabell Lichtenberger für die Position kein Thema sein soll.

In den Landesparteitag geht Hans Peter Doskozil gestärkt: Bei einer Hajek-Umfrage im Spätsommer kam er bei der Landeshauptmann-Direktwahl auf 48 Prozent; ÖVP-Chef Thomas Steiner erreichte zwölf, FPÖ-Chef Hans Tschürtz acht Prozent.

Ob Doskozil bei der Kür des Parteichefs wie Niessl im Jahr 2000 ebenfalls 100 Prozent erreicht, wird sich zeigen. Das Zufriedenheits-Ranking in der Umfrage führt Doskozil jedenfalls mit 75 Prozent vor Niessl mit 66 Prozent an; Tschürtz kommt darin auf 44, Steiner auf 37 Prozent.