Austritt aus LBL: Gerhard Hutter macht solo weiter. Überraschung am Rande des Landeshauptmann-Wechsels: Der Bad Sauerbrunner Bürgermeister Gerhard Hutter verlässt das Bündnis Liste Burgenland.

Von Wolfgang Millendorfer und Richard Vogler. Update am 28. Februar 2019 (17:28)
Alexandra Gollubics-Prath
Sitzen im Landtag bald nicht mehr nebeneinander: Die beiden LBL-Abgeordneten Gerhard Hutter und Manfred Kölly (v.l.).

Am Vormittag verabschiedete Gerhard Hutter gemeinsam mit LBL-Obmann Manfred Kölly noch den scheidenden Landeshauptmann Hans Niessl, zu Mittag gratulierte das bisherige Listen-Duo Nachfolger Hans Peter Doskozil. Dann die Überraschung: Am Nachmittag wurde bekannt, dass Hutter die LBL verlässt. Er will als freier Abgeordneter im Landtag weitermachen.

Laut Kölly sollen Meinungsverschiedenheiten rund um die Listen für die Landtagswahl 2020 den Ausschlag für Hutters Rückzug gegeben haben. Gerhard Hutter soll auch nicht ausschließen, bei einer anderen Landtags-Fraktion weiterzumachen.

Kölly: „Er sollte Spitzenkandidat werden“

Gegenüber der BVZ meinte LBL-Obmann Kölly, dass der Abgang auch für ihn überraschend kam: „Gerhard Hutter hat mir das heute nach der Landeshauptmann-Wahl mitgeteilt. Ich finde es sehr schade, dass es so endet. Ich werde versuchen, ihn zurückzuholen, aber wenn er vorhat, bei einer anderen Partei anzudocken, dann ist das schwierig.“

Kölly berichtet von LBL-Vorstandssitzungen, in denen es Diskussionen um einzelne Listen gegeben habe. Und, so Kölly: „Eigentlich war ich der Meinung, dass Hutter Spitzenkandidat für die Landtagswahl wird. Ich hätte mich auf einen anderen Listenplatz zurückgezogen. Vielleicht war ihm das zu viel.“

Wie soll es jetzt aus der Sicht Köllys mit dem Bündnis Liste Burgenland weitergehen? „Es geht auf jeden Fall weiter und wir werden um Stimmen laufen, wie wir das gewohnt sind. Es gibt genügend junge Leute, die an die Spitze wollen und auch laufen wollen.“

„Gravierende Meinungsverschiedenheiten“ als Grund

Grund für seinen Rücktritt seien laut Hutter „gravierende Meinungsverschiedenheiten mit Kölly“. Von den Unabhängigen Listen im Burgenland sind 35 Listen im  Gemeindevertreterforum (UGVF), das einst von der LBL gegründet wurde, verankert. „Viele davon machen wegen Manfred Kölly nicht mit. Wir haben mehrfach diskutiert, so macht es jedoch keinen Sinn, mit fehlender Unterstützung bei den Wahlen anzutreten. Ich bin doch etwas erfolgsverwöhnt und mit diesen Voraussetzungen sind die Chancen auf ein gutes Abschneiden sehr gering“, berichtet Hutter, den Kölly als Spitzenkandidat aufstellen wollte. „Ich trete zurück, nun hat Kölly genügend Zeit, um für die Wahlen zu planen.“ Der Austritt aus dem LBL hat keine Auswirkungen auf seine Gemeindearbeit. „Die LBL hat mit der LIBS (Anm.: Liste Bad Saurbrunn) nichts zu tun.“

Die Kandidatur mit einer anderen Liste für die Landtagswahlen schließt er definitiv aus. Ob andere im Landtag vertreten Parteien für ihn eine Option wären? „Wenn man mich jetzt fragt, würde ich nein sagen. Zu hundert Prozent würde ich es jedoch nicht ausschließen“, so Hutter abschließend.

Wolfgang Millendorfer
Noch als Duo. Am Vormittag verabschiedeten Gerhard Hutter und Manfred Kölly noch gemeinsam den scheidenden Landeschef Hans Niessl.