März-Szenario blieb in Nickelsdorf bisher aus. Seit Mitternacht sind die ungarischen Grenzen coronavirusbedingt bis auf einige Ausnahmen geschlossen. Auswirkungen wie im Frühjahr, wo Lkw- und Pkw-Staus zig Kilometer Länge erreichten, seien bisher nicht festzustellen, hieß es Dienstagmittag von der Polizei auf Anfrage.

Von APA / BVZ.at. Update am 01. September 2020 (13:29)
Beim Grenzübergang Nickelsdorf soll geübt werden
Beim Grenzübergang Nickelsdorf soll geübt werden
APA/Archiv

Auch am für den Transitverkehr geöffneten Autobahngrenzübergang Nickelsdorf blieb ein Szenario wie das vom März bisher aus.

Bei der Pkw-Ein- und Ausreise habe es in Nickelsdorf auf beiden Seiten von in der Früh an Verzögerungen von etwa 20 Minuten gegeben. Mittlerweile dauere es etwa 20 bis 30 Minuten bei der Einreise nach Ungarn, bei der Einreise nach Österreich sei die Verzögerung gering: "Der Verkehr fließt", sagte Oberstleutnant Helmut Marban von der Landespolizeidirektion Burgenland.

Einen Rückstau gebe es bei der Lkw-Ausreise, wo sich vor dem Grenzübergang ein schätzungsweise etwa vier Kilometer langer Stau gebildet hatte. Der Verkehr bewege sich aber auch bei den Lkw. Der Lkw-Rückstau sei auch nicht unbedingt durch die Grenzschließung seit Mitternacht indiziert, da der Warenverkehr ohnedies unbeschränkt laufe. "Das ist einfach eine Abfertigungssituation, die auf der ungarischen Seite entsteht bei der Lkw-Ausreise", so Marban.

Aus Sicht der Exekutive sei dies aber nicht besorgniserregend: "Das sind keinesfalls diese Bilder, die wir im März gehabt haben." Im Vergleich zur damaligen Lage sei die Situation nun deutlich entspannter.

Dass auf ungarischer Seite Abweisungen passiert wären, habe er bis jetzt nicht mitbekommen, schilderte Marban. Auch an den nur zur bilateralen Nutzung geöffneten Grenzübergängen sei die Lage bisher ruhig, es habe keine Probleme bei der Abfertigung gegeben.

Die Voraussetzungen bei der Ausreise via Nickelsdorf seien andere als im Frühjahr: Auf ungarischer Seite gebe es einen Korridor für Transitreisende mit vorgeschriebenen Raststationen, diesmal jedoch keine zeitliche Begrenzung. Insofern habe es hier bisher auch keine Probleme vergleichbar mit der Situation im März gegeben. Damals seien auch Angehörige anderer Staaten betroffen gewesen wie etwa Serben, die coronavirusbedingt nicht in ihr Heimatland einreisen durften und die auf einen zeitlich begrenzten Korridor warten mussten.

Die jetzige Situation mache eine Verstärkung der Polizeikräfte nicht notwendig, meinte Marban. "Wir sind aber natürlich auf alle Eventualitäten vorbereitet." Notfalls könne man beispielsweise verkehrsleitende Kräfte zuführen. Außerdem werde die Polizei im Assistenzeinsatz von Kräften des Bundesheeres bestens unterstützt. Verstärkungen seien bisher kein Thema: "Da haben wir mit den eingesetzten Kräften das Auslangen."