Commerzialbank: Pucher fühlte sich von Ex-Mitarbeiter erpresst

Erstellt am 05. Mai 2022 | 12:30
Lesezeit: 2 Min
Bilanzskandal rund um die Commerzialbank Mattersburg
Foto: APA
Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt im Zusammenhang mit der Commerzialbank-Pleite auch gegen einen ehemaligen Mitarbeiter wegen mutmaßlicher Erpressung des früheren Bank-Vorstandes Martin Pucher. Ein WKStA-Sprecher bestätigte der APA am Donnerstag einen entsprechenden "Kurier"-Bericht.
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Pucher gab laut "Kurier" in seiner Befragung vor einem Jahr an, von einem ehemaligen Mitarbeiter erpresst worden zu sein. Sinngemäß soll der frühere Angestellte gesagt haben, Pucher müsse aufpassen, wegen Unregelmäßigkeiten nicht bald im Gefängnis zu sitzen. Er solle ihm daher 70.000 Euro in bar bezahlen. Aus heutiger Sicht sehe er in dieser "Warnung" eine "Erpressung".

Der Mitarbeiter habe ihm gegenüber den Eindruck erweckt, er würde ihn anzeigen, würde er seiner Forderung von 70.000 bis 90.000 Euro nicht nachkommen. Diesen Betrag habe er zusätzlich zu den Abfertigungsansprüchen und Lohnzahlungen verlangt. Nach fast zwanzig Jahren im Institut habe der ehemalige Beschäftigte insgesamt über 200.000 Euro an gesetzlicher Abfertigung, freiwilliger Abfertigung und einer Prämie bekommen.

Die WKStA bestätigte die Ermittlungen wegen Erpressung gegen einen ehemaligen Mitarbeiter als Beschuldigten. Weitere Details wurden nicht genannt. Laut "Kurier" bestreitet der ehemalige Angestellte, sich unrechtmäßig bereichert oder Pucher erpresst zu haben. Sein Anwalt sieht darin viel eher eine "Revanche" Puchers, da dieser in ihm einen Whistleblower vermute.