Gastkommentar von „Querdenker“ Roland Fürst

Erstellt am 23. Mai 2019 | 17:16
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Roland Fürst Foto Privat SPÖ-Kandidat „Revoluzzer“ auf dem Prüfstand
Roland Fürst
Foto: privat
Roland Fürst, langjähriges SPÖ-Mitglied und „Querdenker“
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"Ich setze mich mit der FPÖ seit 30 Jahren politisch auseinander und daher wundern mich die Inhalte im Video nicht, weil diese wunderbar die DNA der Freiheitlichen offenlegen. Allerdings haben bei den letzten NR-Wahlen 2017 mehr als 1,3 Millionen diese Partei gewählt, darunter viele frustrierte Sozialdemokraten. Tatsache ist aber auch, dass die FPÖ eine pluralistische Partei mit verschiedenen Positionen ist, für den letzten großen Nazi-Skandal im Burgenland haben ÖVP-Gemeinderäte aus Marz gesorgt und nicht die FPÖ.

Insofern habe ich damals die Koalition mit der FPÖ im Burgenland verteidigt, auch deswegen, weil es bereits ein Übereinkommen zwischen ÖVP, FPÖ und Liste Burgenland gab. Hätte der damalige Landeshauptmann Hans Niessl nicht mit der FPÖ koaliert, hätten wir die FPÖ auch in der Regierung, allerdings ohne SPÖ, die immerhin über 42 Prozent der Burgenländer gewählt haben. Und wir würden wichtige soziale Themen wie die Pflegestrategie, Mindestlohn und den freien Bildungszugang nicht umsetzen können. Nun hat Landeshauptmann Doskozil meines Erachtens das einzig Richtige getan, indem er diese Zusammenarbeit früher zu Ende bringt und damit auch eine klare Haltung zum Ausdruck bringt, aber gleichzeitig bis 26. Jänner 2020 Stabilität für das Land garantiert, und die werden wir noch dringend benötigen.

Auf Bundesebene stimmt die Bevölkerung über bundespolitische Themen und letztlich auch über das unglaubliche Desaster, für das Strache und Kurz verantwortlich sind, ab. Auf Landesebene stimmt die Bevölkerung über eine von der SPÖ dominierte sozial gerechte und wirtschaftlich erfolgreiche Politik ab. Die beiden Ebenen bei einem gemeinsamen Wahltermin zu vermischen, wäre nicht sinnvoll."