SPÖ Burgenland will Tempo 100 beibehalten. Die SPÖ Burgenland spricht sich dafür aus, auch nach dem geplanten Sicherheitsausbau der Mattersburger Schnellstraße (S4) weiter Tempo 100 als Höchstgeschwindigkeit beizubehalten.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 15. Oktober 2019 (12:26)
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Grünbrücke. Auf der S4, der Mattersburger Schnellstraße, Höhe Pöttsching, befindet sich eine der drei Brücken des Alpen-Karpaten-Korridors.
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Seitens der Politik werde angestrebt, "dass die 100 km/h auf alle Fälle bleiben", stellte SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst am Dienstag in Eisenstadt fest.

Im Burgenland findet derzeit auf der S31 ein "Sicherheitsausbau" statt, bei dem unter anderem eine Mitteltrennung errichtet und die Straße insgesamt verbreitert wird. Auch auf der Mattersburger Schnellstraße (S4) ist ein solcher Ausbau vorgesehen. Dafür sei es "höchste Zeit", meinte der Bad Sauerbrunner Bürgermeister Gerhard Hutter. Die derzeitige, vor Jahrzehnten ursprünglich als "Sparvariante" errichtete Mattersburger Schnellstraße sei "relativ eng und sehr gefährlich", das Verkehrsaufkommen steige.

Verschiedene Aussagen, auch vonseiten der Asfinag, hätten die Anrainer beunruhigt, meinte Fürst. So sei gesagt worden, dass es die Möglichkeit gebe, nach dem Ausbau der S4 das Tempo auf 130 km/h zu erhöhen. "Politischer Wille ist das nicht. Politischer Wille ist, dass dort 100 gefahren wird."

Die Straße falle zwar in die Bundeskompetenz, "Mitspracherecht hat aber das Land und wir werden natürlich entsprechend dahin wirken, dass das auch bei den 100 bleibt." Versuche einer Skandalisierung, etwa durch die Argumentation, dass der Ausbau dazu diene, die S4 für den Schwerverkehr zu optimieren und sie zu einer Transitstrecke zu machen, seien abzulehnen, so Fürst.

Man sei bestrebt, in Verhandlungen zu erreichen, "dass es keine weitere Lärmbelästigung am Ende geben wird, kein Mehr an Emissionen, kein Mehr an Verkehr, sondern es steht wirklich die Sicherheit an oberster Stelle". Von dem Ausbau der 14 Kilometer langen Strecke direkt oder aufgrund der Nähe zur Trasse betroffen sind die Gemeinden Sigless, Bad Sauerbrunn, Pöttsching und Neudörfl.

Von 2000 bis 2018 habe es auf der S4 insgesamt 67 Unfälle mit Personen- sowie 310 mit Sachschaden gegeben, berichtete Fürst. Elf Menschen starben, 124 wurden verletzt, davon 16 schwer. Auf der S31, die gerade ausgebaut werde, seien seit 2001 bis dato 40 Personen tödlich verunglückt.

Durch den Ausbau komme es auch zu einer Verbeiterung der Fahrbahn. Das sei etwas, was man kritisch hinterfragen könne, "es ist aber in diesem Fall notwendig", argumentierte der SPÖ-Landesgeschäftsführer. Man führe mit der Asfinag "sehr gute" Gespräche, so Hutter. Das nächste soll im November stattfinden.