Mars-Produktionsstätte in Breitenbrunn vor Schließung. Mars Austria beabsichtigt, die Schokoladenfabrik in Breitenbrunn (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) zu schließen.

Von Redaktion APA. Update am 14. Oktober 2019 (15:38)
Mars Austria
Mars-Betriebsgebäude in Breitenbrunn

Die Rollwaffel-Produktion soll bis Ende 2020 schrittweise eingestellt werden. Eine endgültige Entscheidung über eine Schließung werde aber erst nach Abschluss des Konsultationsprozesses mit dem Betriebsrat erfolgen, hieß es am Montag in einer Aussendung. 110 Beschäftigte wären betroffen.

Am Montag sei den Mitarbeitern ein Plan zur Schließung des Werks präsentiert worden, teilte das Unternehmen mit. Grund für die beabsichtigte Schließung sei die international sinkende Nachfrage nach Rollwaffel-Produkten. Das Werk leide unter einer zu geringen Auslastung. Auch durch Produktinnovationen und Bemühungen, die Effizienz und das Volumen der Fabrik zu steigern, habe man diesen negativen Trend nicht stoppen können.

In den nächsten Wochen soll laut Unternehmensangaben nach Einbindung aller Betroffenen eine Entscheidung über die Zukunft der Fabrik gefällt werden. Die beiden anderen österreichischen Standorte von Mars Austria in Wien und Bruck an der Leitha seien nicht betroffen.

Land Burgenland setzt auf Gespräche

Das Land Burgenland will nach Bekanntwerden der möglichen Schließung der Schokoladenfabrik in Breitenbrunn das Gespräch mit den Unternehmensverantwortlichen suchen. "Mögliche Hilfestellungen, die eine Schließung verhindern würden", sollen ausgelotet werden, sagte Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig (FPÖ) am Montag in einer Aussendung.

Auch Arbeitsmarktlandesrat Christian Illedits (SPÖ) betonte, den Unternehmensverantwortlichen unterstützend zur Seite stehen zu wollen. "Gemeinsam müssen wir alles in unserer Macht stehende für die Aufrechterhaltung des Firmenstandortes tun", sagte er. Die 110 Mitarbeiter hätten zum Erfolg des Unternehmens beigetragen, jetzt müssten "alle Anstrengungen unternommen werden, um ihnen zu helfen", so Illedits.

Die Unterstützung der Beschäftigten stehe nun im Vordergrund. "Sobald die Kündigungen offiziell eingemeldet werden, wollen wir konkrete Lösungen für die Betroffenen parat haben, hoffen aber, dass es nicht soweit kommt", sagte Illedits.

Mars-Austria-Betriebsrat berät weitere Vorgehensweise

Der Betriebsrat von Mars Austria berät unterdessen über seine weitere Vorgehensweise. Man habe die Nachricht zur Kenntnis nehmen müssen, werde aber in den kommenden Tagen mit Experten der Gewerkschaft Gespräche führen, sagte Wilhelm Weigl, Arbeiterbetriebsratsvorsitzender von Mars Austria in Breitenbrunn, in einer Aussendung.

Bürgermeister: Abschied nach 45 Jahren "tut weh"

Bürgermeister Helmut Hareter spricht offen aus, wie hart das Region trifft: „Das tut weh. Es haben hier hauptsächlich Menschen aus den Bezirken Eisenstadt, Neusiedl am See bis hinunter nach Mattersburg gearbeitet. Die konnten teilweise mit dem Rad in die Arbeit fahren. Wo findet man sowas noch?“

Er habe sich sofort mit der Landesregierung in Verbindung gesetzt und Mars Austria jegliche Unterstützung angeboten, die sie brauchen. „Optimistisch hat mich das Gespräch aber nicht gestimmt“, bedauert Hareter.

Wie es nach 45 Jahren seit der Ansiedelung weitergehen soll, ist noch ungewiss: „Wir versuchen im Hintergrund die Arbeiter in anderen Firmen unterzubringen. Außerdem bleibt die Anlage ja, dort können wir versuchen neue Firmen zur Ansiedelung zu bewegen.“