Industriellenvereinigung: „Junge im Land halten“

Festakt in Eisenstadt mit Präsentation neuer Studie – IV will im Land keine Entwicklung zur „Seniorenresidenz“.

Erstellt am 30. September 2021 | 03:59
40 Jahre IV Burgenland - IV: „Junge im Land halten“
Foto: IV Burgenland

Im Jubiläumsjahr des Landes begeht auch die Industriellenvereinigung (IV) Burgenland einen runden „Geburtstag“: Das 40-jährige Bestehen wurde Mittwoch-Abend unter Einhaltung der Corona-Regeln in feierlichem Rahmen im Schlosspark der Orangerie Eisenstadt gefeiert. An die 160 Gäste waren dazu laut IV geladen – mehr auf BVZ.at.

Economica Studie im Mittelpunkt

Im Fokus des offiziellen Programms der Festivität: Die Präsentation der jüngsten Economica Studie „100 Jahre Burgenland bei Österreich & 40 Jahre IV Burgenland“, die im Auftrag der IV und der Wirtschaftsagentur Burgenland erstellt wurde.

Demnach habe sich das Burgenland – als Ergebnis des Strukturwandels weg von Land- und Forstwirtschaft hin zu Industrie und Dienstleistung – bei der Wirtschaftsleistung im Laufe der Zeit an den Österreichschnitt herangearbeitet. Mit einem Anteil von 28 Prozent an der Bruttowertschöpfung des Landes gilt dabei die Industrie als ökonomisch stärkster Bereich.

Etwas Sorge bereitet der IV hingegen das in der Studie aufgezeigte Bevölkerungsszenario bis 2100. Demnach wird die Zahl der über 65-Jährigen um 84 Prozent zunehmen, die Erwerbstätigen hingegen um etwas mehr als sieben Prozent abnehmen, während die Gruppe der unter 20-Jährigen nur um knapp über neun Prozent (rund 5.000 Personen) wachsen wird. Das Burgenland dürfe nicht „zur Seniorenresidenz“ werden, es brauche attraktive Rahmenbedingungen, um junge Familien im Land zu halten, so Präsident Manfred Gerger gegenüber der BVZ.

Generell blickt die IV Burgenland aber – Corona, Rohstoff- und Facharbeiter-Mangel zum Trotz – optimistisch in die Zukunft. Die Ankündigung von Minister Martin Kocher (ÖVP) für eine Arbeitsmarktreform begrüßt Gerger, es müsse alles unternommen werden, um mehr Menschen in Beschäftigung zu bringen. Von einer Impfpflicht gegen Covid19 hält er dagegen nichts, er befürwortet Anreize für Unentschlossene, wie die Impf-Lotterie des Landes.

Im vom Land forcierten 1.700 Euro-netto-Mindestlohn sieht der Präsident keine Lösung, er bekräftigt stattdessen die Forderung nach einer Steuer- und Abgabenreform.