Arbeitsklimaindex zeigt 2017 fürs Burgenland nach oben. Die Zunahme von 103 auf 111 Punkte führte AI-Projektleiter Georg Michenthaler bei der Präsentation am Freitag in Eisenstadt vor allem auf die deutliche Verbesserung im Wirtschaftsklima zurück, die sich im Burgenland noch stärker abbilde als im Österreich-Durchschnitt. In einzelnen Teilindizes fällt die Bilanz weniger rosig aus.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 20. April 2018 (16:33)
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Für den Arbeitsklimaindex Burgenland wurde aus 25 Fragen ein Gesamtwert ermittelt. 503 Beschäftigte wurden befragt.

Während der Index für Österreich seit 2009 im Verlauf relativ stabil sei, gebe es beim Burgenland starke Schwankungen, erläuterte Michenthaler. Dies hänge einerseits mit der Anzahl der Befragten zusammen und andererseits mit der Lage des Burgenlandes als kleiner Wirtschaftsraum an der Ostgrenze Österreichs, der von externen Faktoren stärker abhängig sei.

Durchwegs auf einem höheren Niveau befinde sich über die Jahre hinweg die Arbeitsplatzzufriedenheit, die von 2016 auf 2017 von 80 auf 83 Punkte leicht anstieg. Am stärksten nach oben gegangen sei im Burgenland der Teilaspekt des Wirtschaftsoptimismus - verbunden mit der Frage: "Wie stelle ich mir die Zukunft Österreichs generell vor?" Auch bei Betriebsimage und Führungsstil habe man überdurchschnittliche Anstiege verzeichnet.

Zufriedenheit mit Einkommen liegt unter Österreich-Schnitt

Eher stagnierend bewege sich der Teilbereich Einkommen. Schlechter eingeschätzt wurde 2017 etwa die Chance, nach einem Jobverlust wieder einen entsprechenden Arbeitsplatz zu bekommen. Während der Österreich-Wert betreffend die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten deutlich über jenem im Burgenland liege, werde im Burgenland die subjektive Berufszufriedenheit - etwa im Hinblick auf wahrgenommenen Stress und Zeitdruck - besser bewertet.

Im Hinblick auf Bildung und berufliche Stellung zeige die Befragung "gravierende Unterschiede", berichtete Michenthaler. Personen mit Pflichtschul- bzw. Lehrabschluss hätten hier ein Zufriedenheitsniveau von 107 Punkten, bei mittlerer Schulausbildung seien es 111, bei Personen mit Matura und höherem Abschluss 117. Hilfsarbeiter lägen mit 97 Punkten deutlich darunter, Facharbeiter hielten hingegen bei 112 Punkten. Ein Detail am Rande: Überdurchschnittlich zufrieden (116 Punkte) seien im Burgenland Gewerkschaftsmitglieder.

Die Einkommenszufriedenheit liege im Burgenland schon länger unter dem Österreichniveau. Während bei Gruppen mit höherer Qualifikation die Zufriedenheit mit dem Einkommen steige, nehme sie bei einfachen Angestellten oder Hilfsarbeitern ab.

"Die Zufriedenheit kommt erst bei den Menschen an, wenn auch die Arbeitslosigkeit zurückgeht", stellte Arbeiterkammerpräsident Gerhard Michalitsch fest. Neben der grundsätzlich positiven Stimmung mache der Bereich der Facharbeiter Sorgen: Neun von zehn würden sagen, dass ihr Einkommen gerade noch ausreiche oder schon zu wenig sei.