Kritik an Ministerium: Wirbel um Genussregion. Das Landwirtschaftsministerium strafft das Agrarmarketing. Burgenländische Produzenten fühlen sich allein gelassen und wollen um die „Genussregion“ kämpfen.

Von Carina Fenz. Erstellt am 24. November 2016 (04:31)
BVZ, Ganster
Florian Mutschlechner, Waltraud Hoanzl, Christine Woinar, Franz Hoanzl, Jürgen Frank und Johannes Mutschlechner.

Der „Zickentaler Moorochse“ Jürgen Frank, ist erzürnt: „Regionale Produkte sind in aller Munde und 90 Prozent fallen auf die Arbeit der Genussregionen zurück.“ Dass jetzt das Landwirtschaftsministerium die Dachorganisation „absägen“ will, sei seiner Meinung nach nicht in Ordnung.

„Die erfolgreiche Marke und das Konsumentenvertrauen sind bedroht“, sagt Christine Woinar von der Genussregion „Mittelburgenländische Kaesten und Nuss“. Mit rund 20 Protestaktionen dieser Art haben bundesweit Vertreter der insgesamt 116 Genussregionen die Entmachtung ihrer Dachorganisation (Genuss Region Österreich) angeprangert. Im Burgenland selbst gibt es 13 davon.

Fördermittel von 2,7 Millionen Euro im Jahr entzogen

Aber worum geht es den Produzenten? Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter hat das „Netzwerk Kulinarik“ ins Leben gerufen, das die unübersichtliche und mit viel Fördergeld bedachte Szene straffen soll. Die Genuss Region Österreich unterlag beim Vergabeverfahren dem kammer-nahen „Agrar Projekt Verein“, der nun das Budget hat und künftig die Aktivitäten auf der Produktionsseite koordinieren muss.

Der Genussregion wurden mit 1. Oktober die Fördermittel von 2,7 Millionen Euro im Jahr entzogen. Die Genussregionen würden auch ohne das Netzwerk weiterarbeiten, allerdings gehört die Marke nicht ihrer Dachorganisation, sondern sie ist nur von der Agrarmarkt Austria (AMA) geliehen.

„Die Marke stärkt das Bewusstsein. Wir sind verunsichert, ob uns diese Marke erhalten bleibt“, erklärt Frank. Und sein Kollege von der Genusregion Südburgenländischer Apfel, Franz Hoanzl sagt dazu: „Wir wollen die Marke zu 100 Prozent erhalten und bei Vorlage von Projekten Zugriff auf den Fördertopf.“ Minister Rupprechter will bei der „Agraria“ in Wels das neue Konzept vorstellen.