Arbeitsmarkt: „Es wird nicht besser“. 2016 gab es vier Monate mit Verbesserungen bei der Arbeitslosigkeit, dennoch waren im Vorjahr 12.182 beschäftigungslos.

Von Nina Sorger. Erstellt am 18. Januar 2017 (09:25)
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2017. „Die Kurve wird flacher“, erklärt Sengstbratl.
zvg/Spiola

„Gegen Jahresende gab es vier Monate, in denen die Arbeitslosigkeit moderat gesunken ist. Dennoch muss man leider sagen, dass es übers Jahr gesehen einen Zuwachs bei den Beschäftigungslosen gab“, so AMS-Landesgeschäftsführerin Helene Sengstbratl.

Es gibt aber einen kleinen Lichtblick

Im Bundesländervergleich wies das Burgenland 2016 ein unterdurchschnittliches Beschäftigungswachstum von 1,14 Prozent auf. Das im Vergleich dazu beste Bundesland Tirol hatte ein Plus von 1,81 Prozent.

In Summe gab es 2016 im Burgenland 12.182 Beschäftigungslose. Davon waren 10.300 arbeitslos und weitere 1.878 in Schulungen. „Dies bedeutet einen neuerlichen Negativrekord“, so Sengstbratl. Aber es gibt einen kleinen Lichtblick, so Sengstbratl: „Nach einem kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit seit 2011, verflacht sich die Kurve nun und wir sind bei einem Plus von 43 Personen.“

Die Arbeitslosenquote liegt somit bei 9,3 Prozent und blieb zum Vorjahresvergleich relativ stabil. Nach Personengruppen waren Ältere ab 50 Jahre (+ 6%), Ausländer (+ 6,4%) und Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen (+13,3%) überproportional betroffen.

Prognose: Schlechteste Quote seit 1963

Und die Zukunft schaut nicht besser aus: Laut dem Forschungsinstitut Synthesis muss in den folgenden Jahren mit einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums gerechnet werden. Unter anderem werden vermehrt Asylberechtigte einen Arbeitsmarktzugang erhalten. F

ür das Burgenland werden im Jahresschnitt 2017 101.600 Beschäftigte prognostiziert, das sind um 700 Arbeitnehmer mehr als 2016. Sengstbratl: „Bei den Arbeitslosen wird‘s nicht besser. Für heuer werden 10.700 Arbeitslose prognostiziert.“ Die Arbeitslosenquote wird somit die höchste seit 1963 sein.

Die Ausgaben des AMS Burgenland betrugen im Jahr 2016 insgesamt 169 Millionen Euro. Für die Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung wurden 118 Millionen Euro ausgegeben. Für aktive Förderungen (Kurse etc.) wurden 42 Millionen Euro ausgegeben. Der interne Personal- und Sachaufwand des AMS Burgenland betrug 2016 11 Millionen Euro.

2017 stehen dem AMS Burgenland 172 Planstellen zur Verfügung, die sich auf 189 Personen aufteilen.