Unternehmen gespalten zu älteren Mitarbeitern. Hohe Wertschätzung für die eigenen, älteren Mitarbeiter, aber Scheu vor der Einstellung neuer, älterer Arbeitnehmer - so lautet ein Ergebnis einer vom AMS Burgenland in Auftrag gegebenen, nicht repräsentativen Studie, die am Mittwoch in Eisenstadt präsentiert wurde. Dabei wurden Unternehmen sowie Personen ab 45 Jahren befragt.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 15. März 2017 (15:27)
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Die älteren Mitarbeiter im eigenen Unternehmen würden durchaus geschätzt, berichtete Friederike Weber von prospect Unternehmensberatung. Die wichtigsten Stärken seien Berufs- und Lebenserfahrung, Fachwissen und Routine. Sie würden sich "erdend" auf das Betriebsklima auswirken. Zudem wären Ältere engagiert, flexibel und würden den Arbeitsplatz schätzen. Sie seien keine "Job-Hopper".

Die Ängste der Unternehmen würden sich laut Weber vor allem auf längere Krankenstände und Kuraufenthalte bei älteren Arbeitnehmern beziehen. Weiters würden Schwächen im EDV-Bereich befürchtet. "Sehr oft werden diese generalisierten Altersbilder auf ältere Bewerber übertragen und gelten nicht für die älteren Mitarbeiter, die man sehr schätzt", erläuterte Weber.

Beinahe 90 Prozent der befragten Personen über 45 Jahren zeigten sich mit der Betreuung durch das AMS zufrieden, besonders die persönliche Beratung hat einen großen Stellenwert. Mit den Stellenvorschlägen war hingegen nur etwa die Hälfte zufrieden. Vor allem die örtliche Erreichbarkeit wurde bemängelt. Aber auch, dass Stellen nicht zu den eigenen Kompetenzen gepasst haben, wurde kritisiert. Ausschreibungen bei Leiharbeitsfirmen standen die Personen generell skeptisch gegenüber.

Weiters gebe es Menschen, bei denen ab einem gewissen Alter die Orientierung Richtung Pension beginne, oder die aufgrund ihrer Krankheitssituation keine Stellenvorschläge wollten, merkte die Studienautorin an. Der Optimismus zur beruflichen Zukunft sei unter den Befragten insgesamt aber groß.

Weber empfahl dem Arbeitsmarktservice, noch mehr auf Beratung und EDV-Kurse für die Altersgruppe zu setzen. Bewerbungen an Betriebe müssten ein Alleinstellungsmerkmal haben, um ein vorzeitiges Aussortieren zu verhindern. "Türöffner" seien weiters das persönliche Kennenlernen sowie monetäre Anreize.

Helene Sengstbratl, Geschäftsführerin des AMS Burgenland, verwies auf bereits umgesetzte Maßnahmen in diesen Bereichen. Es stelle sich in Bezug auf mehr Betreuung aber die Frage, "wie wir das mit der Zeit machen". Man habe mit steigenden Arbeitslosenzahlen und Arbeitsdruck zu kämpfen. Teilweise würden Beratungsressourcen zugekauft. Man habe 2016 rund zwölf Millionen Euro für die Gruppe 45+ ausgegeben. Die Weiterbeschäftigung nach Ende der Eingliederungshilfe liege in den Unternehmen bei über 70 Prozent.

An der Studie nahmen sieben AMS-Berater, zehn Unternehmensvertreter sowie 53 Personen ab 45 Jahren teil. Dabei handelte es sich um Arbeitslose sowie Menschen, welche wieder in Beschäftigung sind. Die Befragung wurde im Jahr 2015 durchgeführt. Damals waren rund 4.800 Personen über 45 Jahren beim AMS arbeitslos gemeldet.