Auswirkungen der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt. Die Coronakrise hat auch im Burgenland starke Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Vorgemerkte Arbeitslose gibt es im Vergleich zu Februar um 3.200 Personen mehr, mit 1. April sind somit 13.814 Personen arbeitslos gemeldet.

Von Redaktion bvz.at. Erstellt am 01. April 2020 (14:02)
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Christian Illedits, Landesrat für Arbeitsmarkt, und Arbeiterkammer-Präsident Gerhard Michalitsch appellieren an alle burgenländischen Betriebe: „Nehmen Sie das Kurzzeitarbeitsmodell in Anspruch, um nach der Krise mit Ihrem bewährten Personal erfolgreich neu zu starten!" Den Betrieben hilft Illedits nach Kräften – mit einem Corona-Unterstützungspaket des Landes im Ausmaß von 30 Mio. Euro. Um die Kurzzeitarbeit auch all jenen Betrieben zu ermöglichen, deren ArbeitnehmerInnen das Modell bislang nicht in Anspruch nehmen können, ist Illedits im ständigen Austausch mit dem Bund.

Die Arbeitslosenquote ist auf einem Rekordhoch mit einem Plus von 30,1 Prozent. Betroffen sind vor allem arbeitslose Jugendliche, mit einer Steigerung von 54 Prozent zum Vormonat. Deutlich gestiegen ist auch die Zahl jener Arbeitsloser, welche eine Einstellungszusage vorlegen können. Dies ist durch die krisenbedingten Kündigungen gegeben, nach Beendigung der Maßnahmen und mit dem „Wiederhochfahren“ des Systems können jene wiedereingestellt werden.

Betroffen sind alle Branchen, die durch Verordnung schließen mussten. Einen sozialpartnerschaftlichen Schulterschluss gab es in der Baubranche. Auf jenen Baustellen, auf denen die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften gewährleistet werden kann, darf gearbeitet werden.

„Betriebsstrukturen und Dienstverhältnisse müssen heruntergefahren werden, dürfen aber nicht zum Erliegen kommen. Das Kurzzeitarbeitsmodell ist ideal, um den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Sicherheit zu geben, gleichzeitig hat der Betrieb die Gewissheit, dass nach der Krise das routinierte und wertvolle Personal wieder voll einsatzbereit ist. Aufgrund vieler Kündigungen, trotz der Möglichkeit der Kurzarbeit, befürworte ich die Forderung einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes, um arbeitslose Menschen und ihre Familien finanziell abzusichern“, betont Illedits abschließend.

Appell an Unternehmen: Anträge gewissenhaft ausfüllen!

Ähnlich sieht das auch AK-Präsident Gerhard Michalitsch angesichts der aktuellen Arbeitsmarktzahlen und appelliert: „Die Regierung hat gemeinsam mit den Sozialpartnern ein Kurzarbeitsmodell erarbeitet, das krisenbedingte Kündigungen unnötig macht. Sorgen wir mit Kurzarbeit statt Kündigungen gemeinsam dafür, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein Einkommen haben und die Wirtschaft nach der Krise wieder rasch anläuft! Für all jene, die trotz aller Bemühungen gekündigt wurden, braucht es nach der Krise eine gemeinsame Kraftanstrengung, sie rasch wieder in Beschäftigung zu bekommen.“ Auch die AK unterstützt die Forderung des ÖGB an die Bundesregierung, das Arbeitslosengeld deutlich anzuheben.

Ein großes Kompliment spricht der AK-Präsident den Sachbearbeitern aus: „Alle sind bemüht, Anträge rasch und unbürokratisch abzuarbeiten. Jeder Antrag wird gewissenhaft und schnell geprüft. Die Experten etwa beim AMS und bei den Gewerkschaften leisten dabei im Moment unglaublich viel. Sie retten damit Existenzen - ganz großes Danke dafür!“ AK-Präsident Michalitsch appelliert allerdings auch an die Unternehmen, die ohnehin vereinfachten Anträge gewissenhaft auszufüllen: „Retten wir so viele Arbeitsplätze wie möglich!“