Nur Kärntner fahren mehr mit Auto als wir Burgenländer. Eine aktuelle Studie des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) zeigt, dass die Burgenländer im Bundesländervergleich am zweitmeisten mit dem Auto unterwegs sind.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 14. Februar 2018 (12:09)
APA (dpa)
Die Befürchtungen traten ein

Im Schnitt lenkt jeder Burgenländer über 16 Jahre 9.960 Kilometer pro Jahr ein Auto. Das ist im Bundesländer-Vergleich der zweithöchste Wert, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Nur die Kärntner sind mit durchschnittlich 10.140 Kilometer pro Jahr noch mehr mit dem Pkw unterwegs.

 

6,7 Millionen Kilometer legen die Burgenländer täglich hinter dem Lenkrad sitzend mit dem Auto zurück, weitere 2,3 Millionen Kilometer werden im Auto oder im Taxi mitfahrend gefahren.  Der VCÖ weist darauf hin, dass fast jede vierte Autofahrt kürzer als zweieinhalb Kilometer ist und spricht sich für häufigere Bahn- und Busverbindungen sowie den Ausbau der Radfahr-Infrastruktur aus. Zudem ruft der VCÖ zur Teilnahme an der Aktion "Autofasten" der katholischen und evangelischen Kirche auf. 

"Der öffentliche Verkehr ist in den Regionen auszubauen. Die Bundesländer sind durch den Bund dabei stärker finanziell zu unterstützen. So soll jedes regionale Zentrum gut mit Bahn und Bus erreichbar sein", gibt VCÖ-Experte Gansterer als Ziel vor. Wesentlich ist zudem, dass Bahnhöfe und Haltestelle gut mit dem Fahrrad erreichbar sind und es dort gute Abstellplätze für Fahrräder gibt. Die Kombination von Fahrrad und Öffentlichen Verkehr kann viele Autofahrten vermeiden.

41 Prozent der Strecken unter 5 Kilometer

Was auffällt ist, dass es im Burgenland deutlich mehr Autofahrten unter fünf Kilometer als über 50 Kilometer gibt. Nur neun Prozent der Autofahrten der Burgenländer sind länger als 50 Kilometer, mehr als vier Mal so viele - nämlich 41 Prozent - sind kürzer als fünf Kilometer, macht der VCÖ aufmerksam. 58 Prozent der Autofahrten sind kürzer als zehn Kilometer, fast jede vierte Autofahrt ist kürzer als zweieinhalb Kilometer.

Während der Fastenzeit rufen die katholische und evangelische Kirche zum "Autofasten" auf. Ziel ist ein bewussteres Mobilitätsverhalten. "So wie es nicht gesund ist, jeden Tag Fleisch zu essen, so ist es auch ungesund, die meisten Strecken mit dem Auto zu fahren. Gehen und Radfahren sind die Vitamine unserer Mobilität", macht VCÖ-Experte Gansterer Mut, mehr Strecken zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen.