"StartUp Burgenland": Im Auftrag frischer Ideen

Erstellt am 06. Dezember 2022 | 15:17
Lesezeit: 5 Min
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Foto: Wirtschaftsagentur Burgenland
Die Gründer-Initiative des Landes zog Bilanz zum zweijährigen Bestehen und kündigte Neuerungen an: Aus dem Zentrum „SÜDHUB“ wird „StartUp Burgenland“ und von Güssing aus gibt’s Service für alle jungen Unternehmen. Bewerbungen sind jetzt wieder möglich!
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Geschäftsideen mit völlig neuen Ansätzen und Projekte mit Potenzial haben in den vergangenen Jahren auch vom Burgenland Erfolgsgeschichten geschrieben. Eine erfolgreiche Bilanz zog nun die Initiative „SÜDHUB“: Seit zwei Jahren bietet das gleichnamige Gründer-Zentrum in Güssing Service und Beratung für StartUps an. Gelungene Beispiele für die Projekte der Absolventen des sogenannten Accelerator-Programms finden sich viele: Unter anderem dabei waren die Care Development GmbH (Digitalisierung in der Pflege), CareFact (interaktives „Kuscheltier“ als Assistent für ältere Menschen), Equolibri (gesundes Pferdefutter) oder Vitablick (virtuelle Ausflüge für Senioren).

Zum zweijährigen Bestehen wurde seitens der Wirtschaftsagentur Burgenland als Umsetzer der Initiative betont, es sei von Beginn an das Bestreben, Unterstützungsleistungen für StartUps nicht auf ein Accelerator-Programm zu beschränken, sondern diese umfassend zu betreuen. Deswegen wurde auch das StartUp-Zentrum „SÜDHUB“ 2021 eröffnet, wo auch Beratungsleistungen sowie Co-Working-Space angeboten werden. Schritt für Schritt habe man das Leistungsangebot erweitert. Nun werden sämtliche Leistungen unter dem Namen „StartUp Burgenland“ gebündelt.

„Intensive Arbeit an der Erfolgsgeschichte“

Wirtschafts-Landesrat Leonhard Schneemann unterstrich bei der Bilanz die Erfolge des Modells und gab einen Ausblick: „Nachdem die ESF-Förderperiode jetzt ausläuft, wird das Land auch in Zukunft StartUps unterstützen und das Portfolio weiter ausbauen. Dass sich das Land Burgenland zur Unterstützung von innovativen Jungunternehmen bekennt und sich unser umfangreiches Leistungsportfolio nicht nur auf den Süden beschränkt, soll auch in der Kommunikation klar zum Ausdruck kommen.“ Der Standort Güssing bleibt als „SÜDHUB“ bestehen; das Service gilt für alle Regionen.

Als „verlängerten Arm der Wirtschaftsagentur“ bezeichnete deren Geschäftsführer Michael Gerbavsits die Initiative: „Die verstärkte Zusammenarbeit von ,StartUp Burgenland‘ mit dem Förderbereich der Wirtschaftsagentur Burgenland ist ein großer Vorteil für die StartUps.“ In den vergangenen beiden Jahren habe jedes neue Unternehmen demnach einen Zuschuss von 10.000 Euro erhalten. 80 Prozent bekamen eine Förderung, was eine durchschnittliche Förderung pro StartUp von 166.671 Euro ergibt. Darüber hinaus hat sich die Wirtschaftsagentur an vier StartUps beteiligt. „2023 werden wir eine zielgerichtete Kooperation mit Fachhochschulen und HTLs sowie BHSs aufbauen, um so früh wie möglich an das Thema Entrepreneurship heranzuführen“, so Gerbavsits.

Zum Abschluss des aktuellen Accelerator-Programms wurde gleich der Startschuss zur Bewerbungsphase für 2023 gegeben. Im neuen Jahr sollen Ideen aus allen Sparten wieder die Möglichkeit zur Teilnahme haben, wobei der Fokus auf den Bereichen Gesundheit und Pflege, Agrar-Tech und Energie und Technologie liegen. Der „StartUp-Burgenland-Accelerator“ startet im März 2023. „Wir werden auch im dritten Durchlauf mit sechs StartUps individuell und intensiv über acht Monate an ihrer Erfolgsgeschichte arbeiten“, sagt Martin Trink, Leiter von „StartUp Burgenland“.

Zur Bewerbung: Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme sei ein erster Finanz- sowie Businessplan und eine gute Erklärung der Innovation. Um Zugang zu Förderungen zu haben, muss der Unternehmenssitz im Burgenland liegen oder hierher verlegt werden. Gründerinnen und Gründer mit innovativen Ideen haben bis Ende Februar 2023 die Chance sich für den „StartUp-Burgenland-Accelerator“ 2023 zu bewerben: Infos auf www.suedhub.at

Kurzprofile der Absolventen des Accelerator-Programms

Drohnen „as a Service“: AIRXBIG beschäftigt sich mit dem Thema Drohnen „as a Service“ mit dem Ziel, Drohnen für die verschiedensten Einsatzgebiete in der Landwirtschaft und im kommunalen Bereich als One-Stop-Shop zugänglich zu machen und damit den Anteil der manuellen Arbeit signifikant zu reduzieren. Kostenersparnis, Prognosesicherheit und Qualitätsverbesserung sind die direkten Ergebnisse dieser neuen Zukunftstechnologie. www.airxbig.com

Digitalisierung der Pflegebranche: Die Care Development GmbH wurde im Februar 2021 von Daniel Riegler und Thomas Oswald gegründet. Die Care Development GmbH ist ein junges Unternehmen mit einem großen Ziel: durch die Digitalisierung der Pflegebranche die Lebensqualität der betreuten Personen zu erhöhen und die BetreuerInnen zu entlasten, damit Pflegebedürftige nie allein dastehen. www.care-development.com

Interaktives Kuscheltier: Das burgenländische Technologie-StartUp CareFact entwickelt einen digitalen Assistenten für ältere Menschen. Was technisch klingt, hat auch eine emotionale Komponente: Das interaktive Kuscheltier „Paul“ kann sprechen, Bücher vorlesen und unterstützt SeniorInnen im Alltag mittels künstlicher Intelligenz. www.carefact.at

Gesunde Ernährung, gesundes Pferd: Equolibri, ein StartUp mit Sitz in Heiligenbrunn, bietet bedarfsgerechtes, wissenschaftlich basiertes und validiertes Futter für Pferde – konstant optimiert durch künstliche Intelligenz. Ein Online-Shop mit Konfigurator zur Ermittlung des optimalen Futters ist eine weitere Innovation von equolibri. Die Produkte werden in Österreich entwickelt, produziert, verpackt und klimaneutral versandt. www.equolibri.com

Mit Eye-Tracking gegen den Schwindel: Weltneuheit - Österreichisches Medizintechnik-StartUp Vertify wertet mit Smartphones Augenbewegungen aus, um Schwindelursachen herauszufinden. Seit Jänner 2020 entwickelt das Healthtech-Unternehmen Vertify eine neuartige Eye-Tracking-Technologie für Smartphones, welche HausärztInnen unterstützen soll, PatientInnen mit Schwindel zu diagnostizieren. www.vertifymed.com