AK-Rechtsschutz brachte Arbeitnehmern 2017 17 Mio. Euro. Die Rechtsschutzexperten der Arbeiterkammer (AK) Burgenland haben im Vorjahr 40.260 Beratungen und 2.383 Vertretungen durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 17 Mio. Euro für die Mitglieder herausgeholt, teilte die AK am Freitag mit. Bei der Bilanz wurden auch die kurzen Verfallsfristen im Arbeitsrecht kritisiert.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 02. Februar 2018 (14:52)
Werner Müllner
AK-Präsident  Gerhard Michalitsch  

Bei den vorenthaltenen Löhnen und Gehältern erstritt die AK im Vorjahr 2,2 Mio. Euro. Für die Leiterin des AK-Arbeitsrechts, Doris Graser-Kern, ist dies aber nur die "Spitze des Eisbergs, denn viele Beträge sind wegen der zu kurzen Verfallsfristen verloren". Die AK forderte daher eine Abschaffung bei Fristen von weniger als drei Jahren.

Beispielsweise sei eine 55-jährige Nordburgenländerin aufgrund der Verjährungs- und Verfallsfrist um einen Großteil der über 80.000 Euro umgefallen, die ihr der Dienstgeber über acht Jahre hinweg vorenthalten hatte. Die Frau bekam nach AK-Intervention eine Nachzahlung von rund 14.000 Euro.

Die meisten arbeitsrechtlichen Probleme gab es in den Branchen Hotel- und Gastgewerbe, Bau- und Baunebengewerbe und im Handel. Die Verstöße betrafen vorwiegend arbeitszeitabhängige Ansprüche und falsche Einstufungen.

Im Bereich des Sozialrechtes, also etwa bei Invaliditäts- oder Schwerarbeiterpensionen, wurden 155 Verfahren positiv abgeschlossen und Ansprüche im Ausmaß von neun Mio. Euro sichergestellt. Im Bereich des Insolvenzrechts wurden für 743 Arbeitnehmer offene Forderungen in der Höhe von 5,8 Mio. Euro hereingebracht.

AK-Präsident Gerhard Michalitsch betonte, dass die AK-Mitgliedschaft und die Mitgliedsbeiträge unangetastet bleiben müssen. Nur so könnten die Leistungen aufrechterhalten werden.