Erstellt am 14. September 2018, 13:57

von APA Red

Arbeitsgruppe zur Absicherung von Spitälern gestartet. Im Burgenland ist am Freitag der Startschuss für eine Arbeitsgruppe gefallen, die sich mit der Frage beschäftigen soll, wie die Spitalsstruktur nachhaltig abgesichert werden kann.

Hans Peter Doskozil  |  APA

In einem Jahr solle ein Strukturkonzept vorliegen, teilte Landesrat Hans Peter Doskozil (SPÖ) in Eisenstadt mit. Doskozil bekräftigte dabei die Standortgarantie für alle fünf Krankenhäuser.

Doskozil: "Standortdiskussion wird nicht geführt"

"Die Standortdiskussion wird nicht geführt", sagte der Landesrat. Auch die Mitarbeiter in den Spitälern sollen erhalten bleiben. Es gehe darum, welches Leistungsspektrum in Abstimmung auf die einzelnen Standorte wo erbracht werden müsse. Dadurch solle das System nachhaltig finanziert und ein qualitativ bestmögliches Niveau erreicht werden. Auch sei zu klären, ob es Leistungsspektren gebe, die man nach außen tragen und verrechnen könne, um Einnahmen zu lukrieren.

Die Ausgangssituation sei jene, dass für den Betrieb der fünf Spitäler ein kumulierter Finanzbedarf von zusätzlich über 200 Millionen Euro bis 2021 bestehe. Diese Mittel müssten vom Land übernommen werden. Er wolle in dieser Angelegenheit aber nicht bis 2020 - dem Jahr der Landtagswahl - zuwarten, um dann 2021 "die Frage beantworten zu müssen, welches Spital schließen wir", sagte Doskozil. Der Landesrat sprach sich zudem dafür aus, dass die Gesundheitsversorgung und das Spitalswesen weiterhin Länderkompetenz bleiben.

"Alternative Versorgungsprozesse" erarbeiten

Karl Helm, Geschäftsführer des Burgenländischen Gesundheitsfonds, kündigte an, dass sämtliche Player bei dem Projekt mit einbezogen werden sollen, darunter Ärztekammer, Sozialversicherungsträger und auch die Mitarbeiter. Die Patienten sollen ebenfalls eingebunden werden.

Bei dem Projekt sollen "alternative Versorgungsprozesse" erarbeitet werden, die schlanker und effizienter sind, meinte Thomas Pieber vom Joanneum Research Graz. Gleichzeitig müsse die Qualität erhalten bleiben, genauso wie der Zugang für alle Burgenländer. Dazu gebe es Erfolgmodelle in anderen europäischen Ländern bzw. anderen Bundesländern.

Eine Frage sei, ob man alle Stationen 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche mit Personal besetzen müsse. "Oder gibt es tagesklinische Versorgung, die wir aufbauen können, gibt es Wochenstationen, wo von Montag bis Freitag Patientenversorgung stattfindet", so Pieber. Weiters müsse hinterfragt werden, wie die Schwerpunkte der Krankenhäuser mit der Versorgung insgesamt zusammenpassen.

Es sei wichtig, über neue Ideen nachzudenken und diese einfließen zu lassen, meinte der Geschäftsführer der KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten-Gesellschaft m.b.H.), Harald Keckeis. Der Gesamtleiter des Krankenhauses Eisenstadt, Robert Maurer, sprach sich für eine Stärkung der beiden Schwerpunktkrankenhäuser Oberwart und Eisenstadt aus. Dies betreffe etwa die Kapazitäten bei der Akut- und Notfallversorgung.