Bankenombudsstelle war 2018 besonders gefragt. 338 Personen, um über 50 Prozent mehr als 2017 (222), haben im Vorjahr die Beratung der burgenländischen Bankenombudsstelle in Anspruch genommen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 03. Januar 2019 (13:11)
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Insgesamt seien für Konsumenten mehr als 400.000 Euro an Zinsen- und Kapitalnachlass verhandelt worden, teilte Landesrätin Verena Dunst (SPÖ) am Donnerstag mit.

Vor allem ältere Menschen kämen mit den Bankgeschäften nicht mehr zurecht, die Banken würden als übermächtig wahrgenommen. "Immer mehr Leistungen müssen von den Kunden selbst elektronisch abgewickelt werden, und Forderungen werden an Inkassobüros verkauft", so Dunst.

Die Interventionen würden leider von Jahr zu Jahr schwieriger und aufwendiger, erläuterte Helga Schmidt, seit der Gründung vor 13 Jahren Leiterin der Bankkunden-Ombudsstelle in Eisenstadt: "Die Banken lagern generell ihre ,notleidenden' Kredite an Rechtsanwälte und Inkassobüros aus, wobei man mit Inkassobüros bessere Vereinbarungen trifft." Der Zeitaufwand jeder einzelnen Intervention habe sich enorm erhöht.

Ihr Kollege Ernst Loos ist seit Oktober 2017 als erster Bankenombudsmann fürs Südburgenland tätig. Viele seien mit den schwer vergleichbaren Konditionen bei Kontenführung und bei Krediten überfordert: "Banken sparen Personal, lassen Kunden selbst Transaktionen elektronisch abwickeln und verkaufen ihre Forderungen zunehmend an Inkassobüros, die ihren Sitz oft im Ausland haben", berichtete Loos.

Seine Erfahrung als Bankfachmann erleichtere es ihm, mit den Geldinstituten oder Inkassobüros für seine Klienten günstige Vereinbarungen bzw. Reduktionen von Kreditzinsen zu erzielen. In einem Fall habe man einem Konsumenten durch seine Intervention beim Inkassobüro 40.000 Euro ersparen können, so Loos. Gegenstand der Beratungstätigkeit seien aber auch allgemeine Fragen zu Bankgeschäften oder Löschungen aus der Negativliste von Banken.