Fahrplanwechsel bringt Verbesserungen für Pendler. Am 15. Dezember kommt es im Verkehrsbund Ostregion zum jährlichen Fahrplanwechsel im Schienenpersonennahverkehr. „Für die burgenländischen Pendlerinnen und Pendler bringt der neue Fahrplan eine Reihe von Verbesserungen“, sagte Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner, der den neuen Fahrplan mit Peter Zinggl, dem Gesamtverkehrskoordinator für das Burgenland, vorgestellt hat.

Von Redaktion bvz.at. Erstellt am 12. November 2019 (15:00)
Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner und Gesamtverkehrskoordinator Peter Zinggl präsentieren den Fahrplanwechsel
Bgld. Landesmedienservice

„Unser zentrales Anliegen als Land ist es, Lücken im öffentlichen Verkehrsnetz zu schließen und das lokale Verkehrsangebot zu verbessern“, betonte Dorner. „Wir wollen das Nutzen klimaschonender Verkehrsmittel forcieren und hier zusätzliche Anreize schaffen. Im Vordergrund steht, den Burgenländer das Pendeln so angenehm wie möglich zu gestalten.“ Mehr Unterstützung für die Bundesländer will Dorner vom Bund durch eine Nahverkehrsmilliarde.

Angebot wird deutlich ausgeweitet

Das Burgenland sei ein Land der Pendler, daher werde ein Bündel an Maßnahmen umgesetzt, um die Menschen zu unterstützen, und um die Verkehrs- und Klimabelastungen zu reduzieren, so der Infrastrukturlandesrat. „Dafür reicht aber nicht eine einzelne, plakative Initiative. Wir brauchen ein Bündel an Maßnahmen, mit dem wir auf die regionalen Gegebenheiten und die strukturellen Herausforderungen Rücksicht nehmen und dementsprechende Akzente setzen“, erklärte Dorner.

Dieses Bündel reiche von zu Fuß gehen, über Radfahren im Alltag und den Ausbau des Mikro-Öffentlichen-Verkehrs bis hin zur Realisierung von Zukunftstechnologien im Burgenland wie den Einsatz von Wasserstoff. Ein wichtiges Projekt, das umgesetzt werden soll, ist eine neue Buslinie zwischen Südburgenland und der steirischen Landeshauptstadt. Mit der Busverbindung aus den Bezirken Güssing und Oberwart soll auch eine attraktive öffentliche Erreichbarkeit von Graz aus allen südburgenländischen Bezirken gewährleistet werden.

Gesamtverkehrskoordinator Peter Zinggl sagte, dass viele Verbesserungen für die Burgenländer ausverhandelt werden konnten. Ausgangsbasis für die Neuerungen in den Fahrplänen war die Pendlerbefragung der Arbeiterkammer Burgenland. Mit den neuen Fahrplänen und der Ausweitung des Taktverkehrs auf zahlreichen Bahnverbindungen wurde auf die neuen Anforderungen der Pendler wie beispielsweise Arbeitszeitflexibilisierung berücksichtigt. Daher werden im neuen Fahrplan Taktlückenschließungen in bestehenden Taktlagen umgesetzt, und es wird zahlreiche Angebotsausweitungen wie beispielsweise am Abend geben, so der Verkehrsexperte des Landes.

Die Neuerungen im Detail

Verbesserungen Pottendorfer Linie
Verdichtung zur Hauptverkehrszeit:
- REX-Halbstundentakt am Nachmittag (3 neue Verstärker zwischen 15:46 und 17:46)

Betriebszeitenausweitung bei allen Verkehren auf der Strecke:
- letzter REX nach Deutschkreutz zwei Stunden später (22:23 ab Wien Hbf); - 2 neue Verbindungen (21:23 und 22:23)
- letzter REX nach Wien eine Stunde später (20:13 ab Deutschkreutz, 21:04 ab Ebenfurth)
- letzte S-Bahn nach Wr. Neustadt ein (unter der Woche) bis zwei (Wochenende) Stunden später als 2019 (22:11 ab Wien Hbf unter der Woche, 23:11 ab Wien Hbf am Wochenende)
- letzte S-Bahn nach Wien drei Stunden später als bisher (22:36 ab Wr. Neustadt)

Anpassungen Verkehrstage S-Bahn
- Stundentakt auch am Wochenende (bisher am Wochenende 2-Stundentakt)
- S-Bahn um 5:36 ab Wr. Neustadt verkehrt neu täglich (2019: nur an Werktagen)

Verbesserungen Aspangbahn/Thermenbahn Wr. Neustadt – Aspang – Friedberg (- Hartberg – Fehring)
- am Wochenende direkter Ausflugszug von Wien (Abfahrt 6:12 ab Wien Hbf, zurück um 16:30 ab Aspang)
Betriebszeitausweitungen:
- letzter Regionalzug eine Stunde später ab Wiener Neustadt (neu: 23:39)
- letzter REX (21:03 ab Wiener Neustadt) verkehrt täglich bis Friedberg (neu auch an Samstagabenden)

Verbesserungen Mattersburger Bahn
- Zusätzliche, tägliche Spätverbindung ab Wiener Neustadt eine Stunde später (ab 23:37) = neue letzte Verbindung des Tages
- Zusätzliche Verbindung um 10:37 und 20:37 Richtung Sopron jetzt täglich – davor Werktags außer Samstag
- Zusätzliche Verbindung um 10:44 und 20:44 Richtung Wr. Neustadt jetzt täglich – davor Werktags außer Samstag
- täglicher Stundentakt ohne Lücken, auch am Wochenende

Verbesserungen Ostbahn Richtung Ungarn
- Zusätzliche Züge Bruck/Leitha – Hegyeshalom (6:12, 6:48) in der Morgen-Hauptverkehrszeit
- Frühzüge ab Nickelsdorf zukünftig ab Hegyeshalom
- Durchgängiger Zweistundentakt nach Hegyeshalom durch Verschiebung einzelner Züge

Verbesserungen Ostbahn Streckenast Bratislava
Betriebszeitausweitungen:
- Zusätzliche Früh- bzw. Spätverbindung im Takt ab/nach Bratislava-Petržalka: - 4:15 ab Bratislava nach Wien (ca. 10 min kürzere Fahrzeit bis Wien); - 23:45 ab Wien nach Bratislava (Schließung einer zweistündigen Taktlücke)
- letzte Verbindung weiterhin ab 0:50 außer Takt (Halt in allen Haltestellen auf der Ostbahn)

Schließung von Taktlücken am Wochenende
Mehr Kapazität durch Einsatz von Cityjet und Doppelstockwagen (statt überwiegend Talent 1)

Verbesserungen PannoniaBahn und Neusiedler Seebahn

Pannonia Bahn:
- Ausweitung Hauptverkehrszeit-Verstärker (1 Stunde früher & 1 Stunde später)
- Letzter Zug ab Wien (22:15 ab Wien Hbf) verkehrt künftig täglich (2019 nicht samstags)
- Letzter Zug nach Wien eine Stunde später (21:20 ab Wulkaprodersdorf) bzw. am Wochenende 2 Stunden später (22:20 ab Wulkaprodersdorf)
- Schließung von Taktlücken am Wochenende bzw. Anpassungen Verkehrstage

Neusiedler Seebahn:
- zusätzliche Züge zur Hauptverkehrszeit, dadurch zur Hauptverkehrszeit in Lastrichtung durchgehender Halbstundentakt (ca. 4:30 bis 7:30 Richtung Wien, ca. 15:15 bis 18:15 ab Wien), bisher mit einzelnen Lücken

Neusiedler Seebahn und Pannonia Bahn:  Für beide Strecken: Durchbindung aller Züge bis Wien (Flügelung in Neusiedl/See)

Verbesserungen Raaberbahn Stammstrecke Betriebszeitausweitungen:
- Letzter Zug ab Deutschkreutz nach Wien 1 Stunde später (neu 20:13)
- Zwei zusätzliche (letzte, schnelle) REX-Züge ab Wien am Abend (neu 21:23 und 22:23 – heute nur einmal mit Umweg über Wr. Neustadt) (neue Züge haben in Wulkaprodersdorf Anschluss von/nach Eisenstadt)
- Zusätzliche Hauptverkehrszeit-Verstärker am Nachmittag (Halbstundentakt nach Deutschkreutz)
- Zusätzliche Züge am Sonntagabend (Stundentakt nach Wien) – Zielgruppe: Wochenpendler und Ausflugsverkehr – bisher nur Zweistundentakt mit teils erheblichen Kapazitätsproblemen

Eisenstadt – Wulkaprodersdorf
- Zusätzliche Frühzüge Eisenstadt – Wulkaprodersdorf
- Schließung von Taktlücken am Wochenende bzw. Anpassungen Verkehrstage

Keine Tariferhöhungen im VOR vorgesehen

Im Verkehrsverbund Ost-Region (VOR), der die Bundesländer Wien, Niederösterreich und das Burgenland umfasst, ist aktuell keine Tariferhöhung eingeplant. Für sämtliche Kunden des VOR – und das ist bekanntlich die überwiegende Mehrheit aller Fahrgäste im Burgenland, insbesondere BerufspendlerInnen und SchülerInnen – bleiben die Tarife für die Nutzung der Busse und mit den aktuellen Fahrplanänderungen gleich.

Die ÖBB-Tariferhöhung betrifft also ausschließlich den „ÖBB Haustarif“ - also etwa jene Fahrgäste, welche mit einer ÖBB Vorteilscard unterwegs sind, oder jene, die über die Ostregion hinaus fahren. Alle Fahrgäste mit Jahreskarten, Jugendtickets oder Top-Jugendtickets, Wochen- oder Monatskarten sind genauso wie „normale“ Tageskarten oder Einzelkarteninhaber von den hausinternen Tarifaktivitäten der ÖBB in keiner Weise betroffen!