Tourismuswirtschaft sieht rückläufige Dynamik. Die Tourismuswirtschaft sieht eine rückläufige Dynamik beim Tourismus im Burgenland.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 27. September 2017 (12:25)
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Martina Wende (Obfrau der burgenländischen Hotellerie) und Spartensprecher Franz Perner. Foto: Alexandra Gollubics-Prath
Alexandra Gollubics-Prath

Es bestehe die Gefahr, dass man als Gastgeberland hinter Bundesländern wie der Steiermark oder Niederösterreich zurückbleibe, sagte Martina Wende, Obfrau der burgenländischen Hotellerie, am Mittwoch. Die Politik und der Tourismusverband Burgenland wären daher gefordert, Maßnahmen zu setzen.

Es gehe nicht um Schwarzmalerei, sondern darum, auf diese Entwicklung zu reagieren, betonte Franz Perner, Geschäftsführer der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft. Die prozentuellen Zuwächse bei den Nächtigungen seien in den Nachbarbundesländern weit größer als im Burgenland. Dies könne auf lange Sicht zu einem Problem werden. Wenn es zu keinem Wachstum komme, hätten die Betriebe keine Möglichkeit zu investieren "und dann geht die Spirale nach unten", so Perner.

Der Tourismusverband Burgenland sei gefragt, buchbare Packages, Angebote und zukunftsweisende Tourismusstrategien zu erstellen, meinte Wende. Die Anzahl der internationalen Gäste sei in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Besonders die deutschen Touristen würden ausbleiben. Wende sprach von einem Minus von zehn Prozent.

Der Ausfall der Oper im Steinbruch St. Margarethen im kommenden Jahr sei ein herber Schlag. Es gebe bereits Stornierungen von Busreisen. "Hier erwarten wir uns, dass es einen Ersatz gibt, dass es vom Land her ein Konzept gibt um diese Nächtigungsrückgänge aufzufangen", sagte Wende.

Man müsse sich trauen, auch "innovative und auch etwas andere Konzepte umzusetzen", erläuterte Perner. Eine Möglichkeit sei, das Outletcenter in Parndorf acht bis neun Sonntage im Jahr offen zu halten. Derzeit würden viele Touristen am Sonntag ins nahegelegene Bratislava (Slowakei) zum Shoppen fahren.

Laut Wende ist die Zahl der Tourismusbetriebe in den letzten zehn Jahren um mehr als zehn Prozent gestiegen. Insgesamt gebe es rund 2.700 Betriebe im Burgenland, die mehr als 9.300 Menschen beschäftigen.