WK-Präsident Peter Nemeth: Schrittweise neue Normalität. WK-Präsident Peter Nemeth im BVZ-Interview über Hilfspakete und die langsame Rückkehr zum „Normalbetrieb“. Es sei auch wichtig, Betrieben wieder Perspektiven zu geben.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 09. April 2020 (04:34)
Präsident Nemeth: „Wirtschaft wieder ins Laufen bringen.“
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BVZ: Wie sehen Sie die Öffnung im Handel? Kann man den größten Schaden damit noch abwenden?
Peter Nemeth: Diese Öffnung ist enorm wichtig. Einerseits, weil die Betriebe damit so etwas wie eine Planungssicherheit haben. Andererseits, weil es natürlich notwendig ist, Betrieben und ihren Mitarbeitern wieder Perspektiven zu geben. Für den Handel ist das ein Licht am Ende des Tunnels. Aber natürlich, die Verluste können so schnell nicht wettgemacht werden.

Wie sieht die Lage in Sparten wie Gastronomie oder Dienstleistern aus? Was wünscht man sich hier?
Für die Gastronomie ist die Situation sehr hart, der Umsatz ist für zwei Monate de facto fast null. Erfreulich ist, dass wir erreichen konnten, dass Liefer- und Abholservices möglich sind, das hilft ein bisschen.

Uns alle eint das Ziel, unser Land so rasch wie möglich auf Normalbetrieb zu bringen

Was ist nach der Krise nötig, um wieder Schwung zu bekommen?
Die Wirtschaftskammer wickelt ja als operativer Dienstleister den Härtefall-Fonds ab. Wir haben unsere Erfahrungen aus den ersten Tagen rückgemeldet und wichtige Verbesserungen für die Unternehmerinnen und Unternehmer erreichen können. Wir haben jetzt Hilfs- und Unterstützungspakete für alle Betriebsgrößen. Für Großbetriebe, KMU und Kleinstbetriebe: rasche Ersthilfen, Kurzarbeit, Stundungen, Garantien für Kredite, Zuschüsse für Umsatzentgänge und fehlende Einnahmen. In Summe stellt der Bund 38 Milliarden Euro zur Verfügung. Für die burgenländische Wirtschaft wird damit ein Volumen von rund 600 Millionen Euro an Unterstützung möglich. Die Vielzahl an Instrumenten soll allen Betroffenen so rasch und unbürokratisch wie möglich und vor allem angepasst an den jeweiligen Bedarf helfen.

Welche finanzielle Unterstützung wird es über die bestehenden Pakete hinaus noch brauchen?
Österreich war unter den schnellsten Ländern in Europa, die rigorose Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung umgesetzt haben. Jetzt können wir in einem klar definierten Rahmen und unter Einhaltung umfassender Schutzmaßnahmen die Wirtschaft Schritt für Schritt wieder ins Laufen bringen. Uns alle eint das Ziel, unser Land so rasch wie möglich auf Normalbetrieb zu bringen.