Gesundheitlicher Rückschlag: Pucher musste ins Spital. Puchers Anwalt bestätigt Aufenthalt im Spital. In den U-Ausschuss könnte der Ex-Bankchef aber kommen.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 29. Oktober 2020 (05:45)
Martin Pucher
BVZ

Seinen ersten öffentlichen Auftritt seit dem Bekanntwerden des Commerzialbank-Skandals könnte Martin Pucher am 5. November im Untersuchungsausschuss haben. „Wenn es sein Gesundheitszustand erlaubt, dann wird er diesen Termin auch wahrzunehmen haben“, gab Anwalt Norbert Wess gegenüber der BVZ bekannt.

In Puchers Wohnort Hirm war zuletzt zu hören, dass der frühere Commerzialbank-Chef wieder in seinem Haus lebe; es gab auch Gerüchte um einen Sturz oder sogar um einen weiteren Schlaganfall. Anwalt Wess bestätigte den Krankenhaus-Aufenthalt: „Wir ersuchen um Verständnis dafür, dass wir den höchstpersönlichen Lebensbereich des Herrn Pucher im Detail nicht kommentieren. Es stimmt aber in der Tat, dass Herr Pucher vor Kurzem einen gesundheitlichen Rückschlag zu verkraften hatte, der auch mit einem Spitalsaufenthalt verbunden war.“

Mit Spannung erwartet wird die erste Runde der Auskunftspersonen im U-Ausschuss aufgrund weiterer Ladungen: Neben der Ex-Vorständin der Commerzialbank sollen – unter Ausschluss der Öffentlichkeit – auch zwei ehemalige Mitarbeiter, die sogenannten Whistleblower, befragt werden. Und nicht zuletzt Finanzminister Gernot Blümel, dessen Kommen seitens des Ministeriums auf BVZ-Anfrage zugesagt wurde: „Selbstverständlich wird Finanzminister Blümel der Einladung in den Ausschuss Folge leisten, um einen Beitrag zur Aufklärung dieses burgenländischen Kriminalfalls zu leisten.“

Für Gerüchte sorgte indes eine anonyme Anzeige gegen die 2016 gegründete „DIR GmbH“: Der Name steht für die Töchter Martin Puchers, die im Firmenbuch als Geschäftsführer und Gesellschafter angeführt werden. Anwalt Wess verweist dazu auf einen Abschlussbericht der „Soko Commerz“, in dem „keine Hinweise auf Abfluss von Vermögen der CBM und auch sonst keine strafbaren Tatbestände“ festgestellt worden seien.