Weihnachtsgeschäft ist für die Gastronomie keine sichere Bank mehr

Erstellt am 06. Dezember 2022 | 11:26
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Foto: Iryna Inshyna/Shutterstock.com
Endlich keine Corona-Lockdowns mehr - und trotzdem könnte die Stimmung in der Gastronomie gerade vor Weihnachten besser sein.
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Denn das Weihnachtsgeschäft ist im Gegensatz zu früheren Zeiten im Gastgewerbe keine sichere Bank mehr, sagt Gastro-Spartenobmann Mario Pulker im Gespräch mit der APA. Ein Trend verstärke sich auch in der Adventzeit weiter: Hochpreisige und auch günstige Lokale gehen, der Mittelbau "tut sich wahnsinnig schwer". Rasch brauche es eine Energiepreisbremse.

Das momentane Geschäft in der Gastronomie ist von Bundesland zu Bundesland und Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich, sagte Pulker. Das sei dieser Tage abgefragt worden. Gut läuft die gehobene Gastronomie. "Jene, die die Preisdurchsetzung schaffen, tun sich leichter", so der Gastronom aus Niederösterreich. Preise durchzusetzen gelinge im urbanen Bereich besser. Schwieriger sei das am Land.

In den Städten gebe es mehr Firmen, die keine Corona-Nachwehen spüren und die finanziellen Mittel für größere Weihnachtsfeiern haben, so Pulker. Er erwähnte dabei etwa Immobilienbüros oder Anwaltskanzleien, die auch in der Coronakrise keine Einbrüche verzeichnet hätten. Andere Firmen würden öfter in ihren eigenen vier Wänden feiern und Catering kommen lassen. Bei Weihnachtsfeiern in Lokalen sinke tendenziell das Geschäft an der Bar.

"Andere kämpfen mit massiv weniger Umsatz - minus 20, 30, 40 Prozent zu früher", so Pulker zum ländlichen Bereich und klassische Dorfgasthäuser. "Da geht es um Gasthäuser, die aufgrund der Gästestruktur bei einzelnen Speisen nicht einfach um 3, 4 Euro teurer werden können." Hier werde die anhaltende Dorfgasthaus-Problematik auch im Weihnachtsgeschäft widergespiegelt. Nicht unbedingt von Weihnachtsfeiern aber von der allgemeinen trüben Wirtschaftslage profitieren Lokale der unteren Preiskategorien.

Laufend rechnen verschiedene Gastronomiebetriebe Pulker laut eigenen Angaben ihre horrenden Kostensteigerungen vor. Hauptthema dabei seien aktuell die Energiekosten. "Ohne Preisbremse für Energie gibt es bei vielen Betriebe große Sorgen, nächstes Jahr schließen zu müssen." Viele würden sich schon erkundigen, wie das angesichts von Pachtverträgen, Investitionen, Steuern und Stilllegungskosten bewerkstelligt werden könne.