ÖAMTC-Initiative für Menschen mit Beeinträchtigung. Im Zuge der ÖAMTC-Job-Initiative wurden 15 Menschen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung eingestellt. Auch im Burgenland verstärken zwei junge Mitarbeiter das Team und bekamen so die Chance, ins Berufsleben einzusteigen.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 29. Mai 2020 (16:05)
Noel Nepola, der am ÖAMTC-Stützpunkt in Eisenstadt arbeitet, beim "Distance Learning" für die Berufsschule.
Privat/ÖAMTC

Unter dem Motto „Einstellungssache“ hat der ÖAMTC im Jahr 2018 eine bundesweite Initiative zur Inklusion gestartet. Unter dem Aspekt der Chancengleichheit wurden in ganz Österreich Menschen mit Behinderung eingestellt.

Aus den geplanten zehn wurden 15 neue Stellen. Die letzte wurde nun – mitten in der Corona-Krise – in St. Pölten besetzt. Auch im Burgenland bekamen zwei junge Mitarbeiter die Möglichkeit, in verschiedene Bereiche des ÖAMTC hineinzuschnuppern. 

Einer davon ist Noel Nepola, der das Team am ÖAMTC-Stützpunkt in Eisenstadt unterstützt und dort seit September 2019 die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann absolviert. Sein derzeitiger Schwerpunkt sind das technische Material und die Clubartikel, so kümmert er sich um Lagerstandskontrolle, Bestellungen, Lagerverwaltung oder die Warenpräsentation.

Da Noel Nepola zur Risikogruppe gehört, konnte in Absprache mit der Berufsschule erreicht werden, dass er seit April an der ersten Klasse teilnimmt; in Form von „Distance Learning“ kann von zuhause aus die Zeit gut genutzt werden. Gerald Rottensteiner, Stützpunktleiter des ÖAMTC in Eisenstadt, ist mehr als zufrieden mit seinem neuen Mitarbeiter: „Ich bin sehr froh und stolz, Noel und seine Kollegin Celina, die schon im zweiten Lehrjahr ist und ihn unterstützt, wenn er mal Hilfe braucht, im Team zu haben.“

Initiative als Vorbild und Anstoß  

Das Projekt „Einstellungssache" wurde vom ÖAMTC initiiert, um bestehende Teams zu entlasten, neue Stellen zu schaffen und Menschen mit Behinderung die Chance zu geben, in den Arbeitsmarkt einzusteigen. „Zwar wurde das Projekt als solches beendet, allerdings konnten wir damit zeigen, dass und wie die Einstellung von Menschen mit Behinderungen funktioniert. Ich hoffe daher, dass dieses Projekt als Vorbild dient und Anstoß ist, dass in Zukunft Menschen mit Behinderungen häufiger den normalen Recruiting-Prozess nutzen und das auch von den Unternehmen angenommen wird", erklärt ÖAMTC-Diversitätsbeauftragte Nasila Berangy-Dadgar, die das Projekt initiiert und im Mobilitätsclub organisiert hat. 

Im Sinne der Inklusion sind beim ÖAMTC Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unterschiedlichen Behinderungen beschäftigt, etwa Lernschwierigkeiten, Hörbehinderungen oder chronischen Erkrankungen. Sie arbeiten in verschiedenen Abteilungen und in verschiedenen Positionen, zum Beispiel an den Stützpunkten, in der IT, in der Personalverrechnung, Medien Online, im Facility Management oder bei den technischen Diensten. „Menschen mit Behinderungen haben Fähigkeiten und Fertigkeiten, diese Talente gilt es wahrzunehmen und richtig einzusetzen. Wir haben Lehrlinge, aber auch Führungskräfte, die zum Kreis der begünstigt behinderten Personen gehören", betont Berangy-Dadgar. 

„Gelungenes Best-Practice-Beispiel“ 

Die Bedeutung der bereits seit Jahrzehnten bestehenden engen Kooperation zwischen dem ÖAMTC und dem Sozialministeriumservice hebt auch der Leiter der zuständigen Geschäftsabteilung, Dieter Chmiel, hervor: „Ein gelungenes Best-Practice-Beispiel, sowohl für die Integration als auch Inklusion von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen am Arbeitsmarkt.“ Voraussetzung sei zudem ein klares Bekenntnis der Geschäftsführung, Aufklärungsarbeit in den Teams und Sensibilisierungsarbeit. So bietet der ÖAMTC auch spezielle Services für Menschen mit Behinderungen, wie eine Mobilitätsberatung und ein Gehörlosenservice.  

Ein positiver Umgang mit Vielfalt sei ein wesentliches Element der Unternehmenskultur, wird betont: „Ziel ist, dass sich die Vielfalt der Gesellschaft in der Struktur der Mitarbeitenden widerspiegelt. Chancengleichheit und Gleichwertigkeit sind auch in den Statuten festgelegt. Damit sie auch gelebt werden, setzt der ÖAMTC gezielt Aktivitäten, unter anderem mit Workshops, Vorträgen und Diskussionen.“