Erweiterung von Nickelsdorfer Windpark: Sonnenstrom mit „Mascherl“

Erstellt am 15. Juni 2022 | 09:52
Lesezeit: 5 Min
In Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl) entsteht der größte Solarpark Österreichs – mit Beteiligungsmodell.
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In Nickelsdorf soll zusammenfinden, was zusammengehört. Das sind für die Burgenland Energie (BE) die beiden Energiequellen Sonne und Wind. Diese sind „komplementär“: Ist es windstill, scheint oft die Sonne, scheint sie nicht, ist es meist windig.

Am vergangenen Mittwoch wurden daher hier Pläne präsentiert, auf dem Areal des Windparks einen über 100 Hektar großen Solarpark zu bauen.

Das macht ihn nicht nur mit Abstand zum größten Solarpark in Österreich, sondern auch zu einem mit europäischen Dimensionen, heißt es von der BE. Ein weiterer Vorteil: Die Netzeinspeisungs-Kapazität ist vorhanden.

Standort auf Logistik-Hallen oder Parkplätzen? Studie widerspricht

Daher will die BE hier auch ein neues Geschäftsmodell anbieten: Gemeinden können als Energiegemeinschaften auftreten und sich einen Platz im BE-Solarpark pachten. Damit entfallen Netzanschlussgebühren und Steuern, der durchschnittliche Haushalt könne sich 150 Euro im Jahr sparen – und das mit dem „eigenen“, also lokal produzierten Strom, der direkt dem lokalen Trafo-Netz entnommen wird. Dieser Strom habe also sehr wohl ein „Mascherl“, könnte man zusammenfassen.

Die aufgelegte Frage wäre hier: Könnte man den Solarpark nicht auch auf eine der riesigen Logistik-Hallen oder Parkplätze pflanzen? Dem widerspricht eine jüngste Studie der Österreichischen Energieagentur. Laut dieser seien nur 15 Prozent der Dachflächen im Burgenland für großflächige PV-Anlagen nutzbar, die produzierte Leistung nur ein Zehntel der benötigten 5.000 Megawatt (MW) ausmachen.

1.800 MW sollen verbesserte sowie 300 bis 500 neu im Mittelburgenland aufgestellte Windräder bringen. Die fehlenden 2.700 MW müssen, laut BE, also auf insgesamt 2.700 Hektar Freifläche errichtet werden. Das seien nur etwa ein Drittel der derzeit brach liegenden Felder.

Allerdings gibt es unterschiedliche Gründe, ein Feld brach liegen zu lassen, heißt es aus der Landwirtschaftskammer. Manche brache Felder seien einfach aufgrund des Bodens oder der Lage schlecht zu bewirtschaften, manche dienen aber auch der Biodiversität. Hier wird bei zukünftigen Projekten also Sensibilität gefragt sein.

Und Investitionen ins Netz: Die norddeutsche Garbe Group, die auf ihrer Logistikhalle in Müllendorf eine PV-Anlage geplant hatte, gab auf BVZ-Nachfrage an, dass einfach keine ausreichenden Netzanschlusskapazitäten vorhanden seien.

Umfrage beendet

  • Habt Ihr oder plant Ihr eine Photovoltaik-Anlage (PV) oder andere erneuerbare Energiequellen (Luftwärmepumpe, Holz/Pellets)?