Ernte geringer, aber früh. Das Landesgremium des Agrarhandels und Landesrätin Verena Dunst erwarten um 20 bis 30 Prozent weniger Erntemengen. Anbauflächen wurden 2018 erweitert.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 01. August 2018 (12:00)
Sigrid Janisch
Ernteinspektion. Hannes Mosonyi, Obmann des Landesgremiums Agrarhandel, Pannatura-Geschäftsführer Matthias Grün, Landesrätin Verena Dunst und Bioproduzent Martin Pinczker.

Das Landesgremium des burgenländischen Agrarhandels, Agrarlandesrätin Verena Dunst und Pannatura präsentierten die Ergebnisse der gegenwärtigen Ernte. Sorge bereitet Dunst, dass sich „die Preise derzeit bereits am unteren Limit bewegen.“

Trockener Frühling und Hagel verringern Ernte

Die Getreideflächen wurden gegenüber 2017 um vier Prozent auf 151.867 Hektar ausgeweitet, vor allem bei Winterweizen und Wintergerste, aber auch Soja: „In der Sojaanbaufläche ist das Burgenland mit rund 21.000 Hektar führend in ganz Österreich“, so Obmann Hannes Mosonyi vom Landesgremium des Agrarhandels.

Laut Dunst gibt es heuer eine sehr frühe Ernte. Mosonyi geht von einer leicht unterdurchschnittlichen Getreideernte aus: „Der extrem trockene und warme Frühling 2018 trug maßgeblich dazu bei.“ Diese Niederschlagsdefizite und Hagelunwetter verursachten laut der Österreichischen Hagelversicherung im Burgenland bis dato einen Gesamtschaden von rund zehn Millionen Euro.

"Bioprodukte sind von Klima und Umwelt abhängig"

Beim Winterweizen gibt es eine um 20 Prozent geringere Ernte. Beim Raps war die Ernte um 25 bis 30 Prozent geringer. Beim Hartweizen wird die Ernte ebenfalls um 20 bis 30 Prozent geringer ausfallen.

Insgesamt beträgt die konventionelle Gesamtproduktion rund 210.000 Tonnen. Die größten Mengen davon liefern der Winterweizen mit 144.000 Tonnen, die Wintergerste mit rund 28.000 Tonnen und der Hartweizen mit rund 13.000 Tonnen. 76 Prozent konventioneller Produktion stehen 24 Prozent Bio-Produktion gegenüber. Laut Dunst hat das Burgenland im Getreideanbau den höchsten Bioanteil aller Bundesländer.

Martin Pinczker, Bioproduzent aus Unterkohlstätten, weiß: „Bioprodukte sind, noch mehr als im konventionellen Anbau, von Klima und Umwelt abhängig. Daher kommt es auch bei den Preisen zu Schwankungen, da die Kunden aber heimische Bioprodukte schätzen, werden diese Schwankungen akzeptiert.“ Laut Matthias Grün, Geschäftsführer der Pannatura GmbH, kommt „gerade in Zeiten des Klimawandels, der Sortenwahl und dem richtigen Anbauzeitpunkt immer mehr Bedeutung“ zu.

Getreideverbrauch weit höher als Produktion

Bei aller Eigenproduktion herrsche in Österreich laut Zahlen der AMA ein deutlicher Importbedarf, so Mosonyi: „Einer Produktion von 4,9 Millionen Tonnen steht ein Verbrauch von rund sechs Millionen Tonnen gegenüber. Sowohl der Verbrauch als auch die Produktion steigen tendenziell.“ In der EU überwiegt hingegen die Produktion, wodurch die Lagerbestände ausgebaut werden können.

Weltweit überstieg der Getreide-Verbrauch hingegen die Produktion erstmals im Jahr 2017. „Dies bedeutet, dass aktuell weltweit mehr Getreide verbraucht als produziert wird. Die weltweit hohen Lagervorräte können dies derzeit noch kompensieren“, so Mosonyi.