Karfreitag für alle frei? Diskussion um Feiertage. EU-weit fällt bald die Entscheidung, ob der Karfreitag ein „freier Tag für alle“ wird. Im Land gehen die Meinungen auseinander.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 09. Januar 2019 (05:18)
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Mit Spannung wird auch im Burgenland Richtung Luxemburg geblickt: Der Europäische Gerichtshof urteilt nämlich am 22. Jänner darüber, ob der Karfreitag zum allgemeinen Feiertag wird. Derzeit haben nur Evangelische, Altkatholiken und Methodisten arbeitsfrei.

„Geht nicht um eine religiöse Frage an und für sich, sondern um ,wirtschaftliche Diskriminierung‘.“Superintendentialkuratorin Christa Grabenhofer

Seitens der evangelischen Kirche Burgenland wird kritisch gesehen, „dass wir keine Stellungnahme abgeben dürfen, aber massiv davon betroffen sind“, wie Superintendentialkuratorin Christa Grabenhofer gegenüber der BVZ betont: „Wir haben keine Parteienstellung, da es nicht um eine religiöse Frage an und für sich geht, sondern um ,wirtschaftliche Diskriminierung‘.“ Auslöser war ein konfessionsloser Arbeitnehmer, der geklagt hatte, da er am Karfreitag keinen Feiertagszuschlag erhalten hatte.

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Mit gespannter Skepsis wird das Urteil auch seitens der Wirtschaftskammer erwartet. Im Burgenland verweist man auf die bundesweite Stellungnahme, dass man im Sinne der Flexibilität auf das „gute Einvernehmen in den heimischen Betrieben“ baue.

Zugleich gibt es Berechnungen, dass ein Feiertag der Wirtschaft bis zu 600 Millionen Euro kosten könne. Mit 13 Feiertagen (siehe Grafik) liegt Österreich vergleichsweise im Spitzenfeld.

„Viel Wirbel um nichts“ ortet indes Lehrergewerkschafter Johann Farkas. Dem Vorschlag der evangelischen Kirche, gegebenenfalls den Pfingstmontag gegen den Karfreitag „einzutauschen“, da dieser als einziger nicht im Konkordat verankert sei, steht Farkas abwartend gegenüber. Damit würde auch der schulfreie Dienstag nach Pfingsten „in der Luft hängen“.

Was die Behörden angeht, bildet das Burgenland österreichweit eine Ausnahme: So gilt der Karfreitag im Landhaus und in den Bezirkshauptmannschaften generell als dienstfrei, wobei, wie betont wird, Journaldienst und Infostellen besetzt sind.