Im Kampf gegen Trockenheit. Landwirtschaft beklagt Trockenschäden und warnt vor Futtermittelknappheit. Sinkender Grundwasserspiegel, aber Wasserversorgung derzeit nicht gefährdet.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 14. Mai 2020 (04:42)
„Beim Grünland droht eine Futtermittel-Knappheit.“ Die Landwirtschaftskammer mit Präsident Nikolaus Berlakovich (kleines Bild) unterstützt die Bauern mit einer Futter-Plattform.
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Die Trockenheit hat das Burgenland trotz kurzfristiger Abkühlung im Griff, auch die derzeitigen Eisheiligen konnten bisher keine wirkliche Linderung bringen. Besonders hart treffe das Niederschlagsdefizit von bis zu 65 Prozent in manchen Regionen die heimischen Bauern, klagt Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich.

„Beim Grünland droht eine Futtermittel-Knappheit.“ Die Landwirtschaftskammer mit Präsident Nikolaus Berlakovich unterstützt die Bauern mit einer Futter-Plattform.
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Die Probleme seien sehr groß – die Beregnungsbrunnen hätten teilweise nicht mehr das notwendige Wasser, Trockenschäden seien teilweise schon deutlich erkennbar. „Die heurige Getreideernte wird mengenmäßig ernüchternd werden, beim Grünland droht eine neue Futtermittel-Knappheit“, warnt Berlakovich.

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit könnte der heurige Erntebeginn der früheste seit dem Jahr 2000 sein. „Wir erwarten den Erntestart der Wintergerste bereits Anfang Juni“, erklärt der Kammer-Chef. Mai-Niederschlag wäre jetzt generellwichtig, bei vielen Herbstkulturen freilich seien die Trockenschäden schon zu weit fortgeschritten.

Doch wie wirkt sich das Niederschlagsdefizit eigentlich auf die Wasserversorgung aus? Die BVZ hat sich umgehört:

Von links oben nach rechts unten: Gerhard Zapfl, Friedrich Kreisits, Ernst Dorner, Christian Portschy, Franz Kazinota
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Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland: Man finde zwar geringere Grundwasserstände vor, so Obmann Gerhard Zapfl, aufgrund der Erschließung weiterer Grundwasservorkommen in den letzten Jahren oder der Errichtung neuer Brunnen gebe es aber keine Versorgungseinschränkungen.

Wasserverband Mittleres Burgenland: Keine Probleme ortet auch Obmann Friedrich Kreisits: „Wir profitieren von einem sehr alten Tiefgrundwasserkörper. Zwei Brunnenfelder in Neckenmarkt und Lackendorf versorgen auch in niederschlagsarmen Jahren mit Wasser.“

Wasserverband Lockenhaus und Umgebung: Auf dem Geschriebenstein sei die Quellschüttung auf einem Zehn-Jahres-Tief, erklärt hingegen Obmann Ernst Dorner: „Wir wollen keine Hysterie verbreiten, aber ein sparsamer und verantwortungsbewusster Umgang mit Trinkwasser ist wichtiger denn je“, betont er.

Wasserverband Südliches Burgenland: Man habe viel in die Wasserversorgung investiert, erklärt Geschäftsführer Christian Portschy: „Das der Grundwasserspiegel fällt, ist aktuell noch weniger dramatisch für uns.“ Der hohe Wasserverbrauch sei ein „Luxusproblem“.

Wasserverband Unteres Lafnitztal: Auch Obmann Franz Kazinota sagt, der Wasserverbrauch sei stark gestiegen: „Viele Leute sind zu Hause, befüllen ihre Pools verbrauchen im Garten viel Wasser.“ Eine Wasserknappheit gebe es aber nicht: „Wir haben erst kürzlich das Wasserwerk ausgebaut und neue Brunnen gemacht.“