EM-Schauen am Arbeitsplatz: Mitfiebern ohne Nachspiel. Arbeiterkammer warnt vor Konsequenzen bei Fehlverhalten und erklärt, was erlaubt ist und was nicht.

Von Alexandra Gollubics-Prath. Erstellt am 17. Juni 2021 (01:56)
Fussballschauen am Arbeitsplatz kann Folgen haben, warnt AK-Experte Mario Popovsits.
Shutterstock/LightField Studios, AK Bgld., Shutterstock/LightField Studios, AK Bgld.

Mit einem Jahr Verspätung dreht sich derzeit mit der Euro 2021 alles wieder ums runde Leder. Ein Teil der Spiele wird freilich während der Arbeitszeit der meisten Beschäftigten übertragen, – darf im Betrieb vorm Bildschirm mitgefiebert werden?

„Schauen Sie die Fußball-EM nicht heimlich“, rät AK-Burgenland-Jurist Mario Popovits. Um Konflikte zu vermeiden oder nicht sogar den Job zu riskieren, sollte man mit dem Arbeitgeber vorab abklären, was geht und was nicht. Wurde ein EM-Verbot erteilt, sollte man sich auch unbedingt daran halten, empfiehlt Popovits.

Einige Tipps des Experten:

Da in den meisten Jobs Fernsehen am Arbeitsplatz kein Arbeitsvertrags-Bestandteil und nicht erlaubt ist, braucht es die Zustimmung des Arbeitgebers – außer dort, wo TV-Konsum gestattet oder unausweichlich ist (Wettbüros, Gastronomie, etc.).

Wo Radiohören während der Arbeitszeit erlaubt ist, dürfen natürlich auch die Spiele im Radio mitverfolgt werden – wenn die Arbeit nicht darunter leidet.

Ist die Privatnutzung des Internets während der Arbeitszeit erlaubt, dürfen Arbeitnehmer die Spielergebnisse online abrufen. Das Verfolgen eines gesamten Spiels im Livestream ist aber problematisch.

Gibt es ein Alkoholverbot während der Arbeit, dann gilt dieses auch für die Zeit der Europameisterschaft.

Ob der Arbeitsplatz mit Flaggen geschmückt oder die Arbeit im Fußballdress angetreten werden darf, hängt vom Arbeitsplatz und der Tätigkeit ab. In Jobs mit Kundenverkehr kann der Arbeitgeber Fandressen oder ähnliche Utensilien verbieten.