"Summer Splash" für dieses Jahr abgesagt. Die "Splashline" des Grafenschacheners Didi Tunkel wird heuer keine Maturareise durchführen.

Von Eva-Maria Leeb. Erstellt am 14. Mai 2020 (10:40)
Will endlich Klarheit von der Regierung. "Splashline"-Inhaber Didi Tunkel aus Grafenschachen.
Splashline

Nun ist es fix, "Summer Splash 2020", die größte Maturareise Österreichs, wird nicht stattfinden. Das hat Didi Tunkel aus Grafenschachen, Inhaber der "Splashline" in einer Aussendung bekannt gegeben. "Nachdem von der Bundesregierung beziehungsweise den zuständigen Ministerien trotz zahlreicher Interventionen und Anfragen keine verbindlichen Aussagen gekommen seien, musste das Unternehmen ohne 'politisches Backup' diese Entscheidung aus Verantwortung treffen.

Damit seien alle konstruktiven Versuche, "Summer Splash" zu retten, der Covid-19 Krise und deren Auswirkungen zum Opfer gefallen. „Wir haben seit der Veröffentlichung der Verordnung zum Veranstaltungs-Verbot am 10. März alles versucht, um Informationen und Entscheidungen zur Durchführung der Event-Maturareise 'Summer Splash‘ zu bekommen. Wir haben vom Kanzler abwärts dazu jedes zuständige Ministerium angeschrieben und mit einzelnen hochrangigen Personen auch persönlich gesprochen. Dennoch haben wir bis heute keine verbindlichen Aussagen, Entscheidungen und Antworten bekommen", kritisiert Tunkel die Vorgangsweise der Regierung. 

"Es geht um Klarheit und Rechtssicherheit"

Mit dem heutigen Tag sei der Moment gekommen, wo eine Durchführung der Reise auch aus zeitlichen und logistischen Gründen auf einem qualitativ hochwertigen und sicheren Niveau nicht mehr möglich ist. Zudem machen die bis jetzt bekannten Vorgaben der italienischen Regierung an die Hotelbetreiber die Durchführung einer Event-Maturareise in Italien de facto unmöglich. Stattgefunden hätte "Summer Splash" heuer von 23. Juni bis 7. Juli in Kalabrien. Die Reise, egal wann, heuer durchzuführen wäre fahrlässig, ethisch und moralisch verantwortungslos. "Man stelle sich außerdem vor, was passiert, wenn tausende Maturanten plötzlich in Quarantäne gesteckt werden, nicht mehr nach Österreich einreisen und die Eltern nicht zu ihren Kindern ausreisen können. Die Verantwortung für eine zweite Welle in Österreich, quasi ein ‚Ischgl 2‘, möchte ich nicht den Rest meines Lebens auf meinen Schultern tragen“, so Tunkel.

Man müsse diesen Schritt – mit allen Konsequenzen – aus Verantwortung jetzt gehen. "Es geht nicht nur um uns als Unternehmen, es hängen zahlreiche Lieferanten, Mitarbeiter-Innen, DJs und Künstler an dieser Entscheidung, sie alle brauchen Planungssicherheit in einer ohnehin schon sehr schwierigen Zeit. Das gilt insbesondere für unsere langjährigen Wirtschafts- und Medienpartner, die sich Klarheit wünschen, verdienen und nun von uns bekommen“, sagt der Grafenschachener, für den eine alternative Durchführung oder eine Verschiebung von "Summer Splash" nicht in Frage kommen. 

Tunkel wiederholt seinen Appell an alle Mitbewerber beziehungsweise die Bundesregierung, derartige Event-(Matura)Reisen heuer abzusagen beziehungsweise zu verbieten. Das Wohl der Maturanten und ihre Gesundheit stehe an erster Stelle. „Es geht um Vernunft und Verantwortung für unsere österreichischen Maturanten und anderen jugendlichen Kunden. Dafür muss man auch Opfer bringen. 'Splashline' hat im Vorfeld der Absage aufgrund des Wissens, dass viele Maturanten und Eltern aus den Verträgen raus und stornieren wollen, auch keine ‚Stornierungs-Sonderangebote‘ gemacht, um an Geld zu kommen. Wir haben unseren Kunden immer empfohlen, abzuwarten, da sie bei einer Absage oder Verschiebung der Reise kostenlos stornieren können und ihr Geld zurückbekommen“, so Tunkel.

Wirtschaftlich herausfordernde Situation

Wirtschaftlich sei die Situation mehr als herausfordernd, nachdem "Splashline"  im heurigen Geschäftsjahr (1. Oktober bis  30. September) aufgrund der Covid-19 Verordnungen alle Events absagen musste und 1,8 Millionen  Euro Ausgabe null Euro Einnahmen gegenüberstehen. „Wir haben sämtliche Kundengeldrückzahlungen für vorangegangene abgesagten Eventreisen, wie 'ÖBB S´cool' und 'Sound Everest Winterfestival', aus der eigenen Liquidität gestemmt. Die hundertprozentige Rückzahlung der 'Summer Splash'-Anzahlungen an die Kunden ist sichergestellt, wir sind auf alle Szenarien entsprechend vorbereitet", erklärt Tunkel.

Ob "Splashline"  als Unternehmen das überlebt, liege nun in der Hand ihrer Interessensvertretung in der Wirtschaftskammer und der Regierung. "Alle bis jetzt im Allgemeinen angebotenen Unterstützungs- Maßnahmen sind in unserer Situation beziehungsweise für unser Business als Event-Reise-Veranstalter wirkungslos. Wenn wir bis 27. Mai keine verbindlichen Zusagen haben, müssen wir gemäß der Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Kaufmannes handeln und die Konsequenzen unseres verantwortungsvollen Handelns selbst tragen“, so Tunkel  abschließend. 

  

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