Entspannung aber keine Entwarnung. Am Freitag sorgte ein Erlass der ungarischen Regierung und die darauffolgende Verbreitung der Nachricht, dass „die ungarischen Grenzen gesperrt seien“, für Aufregung und Verunsicherung bei den burgenländischen Betrieben.

Von Redaktion BVZ.at. Erstellt am 28. März 2020 (11:46)
Peter Nemeth
Gollubics-Prath

Nachdem bisher ungarische Berufs-Pendler und LKW-Fahrer bei der Einreise nach Ungarn von Quarantäne-Auflagen ausgenommen waren, fand sich dieser Passus nicht mehr im aktualisierten Erlass.

Noch am Nachmittag wurden nach Intervention und Ersuchen der Wirtschaftskammer auf Ministerebene zwischen Österreich und Ungarn entsprechende Gespräche geführt, was zu einer unmittelbaren Entspannung für ungarische Berufs-Pendler und LKW-Lenker an den Grenzübergängen geführt hat, was sich heute in den Morgenstunden so fortsetzt hat. Derzeit passieren ungarische Berufs-Pendler die Grenzübergänge in beide Richtungen. Der Präsident der Wirtschaftskammer Burgenland, Peter Nemeth, bedankt sich ausdrücklich bei der ungarischen Regierung und den Behörden für das gute Zusammenwirken!

Trotzdem stellt die Wirtschaftskammer Burgenland fest, dass keine generelle „Entwarnung“ gegeben werden kann und die weitere Entwicklung zu beobachten ist. Die Wirtschaftskammer unterstützt und rät weiterhin allen Betrieben, ihre ungarischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für den Fall dass diese unbedingt nach Ungarn zurückreisen müssen, mit Arbeitsbescheinigungen und Dokumenten über ihre Schlüsselfunktionen im Betrieb auszustatten.

Gleichzeitig ersucht die Wirtschaftskammer die Burgenländische Landesregierung, entsprechende Grundlagen - insbesondere auch für die gewerblichen Beherbergungsbetriebe - zu schaffen, um von öffentlicher Seite eine Unterbringung von ungarischen Arbeitskräfte im Burgenland zu ermöglichen ohne folgenschwere Auflagen zu machen. „Der Tourismus ist ohnedies mit am schwersten von den politischen Maßnahmen im Zuge der Corona-Krise getroffen“, so Nemeth abschließend.