Raiffeisenlandesbank Burgenland trotzt Coronajahr 2020. Die Raiffeisenlandesbank Burgenland hat das Coronajahr 2020 erfolgreich abgeschlossen: Die Bilanzsumme beträgt 4,37 Mrd. Euro und erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 990 Mio. Euro (29 Prozent), berichtete Generaldirektor Rudolf Könighofer bei einer Pressekonferenz am Freitag. Aus der Pleite der Commerzialbank Mattersburg vergangenen Sommer übernahm die RLB kurzfristig 2.600 Kunden bzw. 250 Mio. Euro Einlagen.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 18. Juni 2021 (10:32)
Alexandra Gollubics-Prath

Ein wesentlicher Grund für die Erhöhung der Bilanzsumme seien längerfristige Kredite der Europäischen Zentralbank, die mit dem Ziel ausgegeben werden, dem Markt Finanzierungsmittel zur Verfügung zu stellen, um die Wirtschaftstätigkeit anzuregen. Zusätzlich seien die Kundeneinlagen gestiegen. Diese erhöhten sich laut Könighofer erneut und betragen nun 1,33 Mrd. Euro (+19 Prozent). Die Forderungen an Kunden erhöhten sich ebenfalls und belaufen sich auf 1,78 Mrd. Euro nach 1,55 Mrd. Euro im Vorjahr.

Die Eigenmittel der RLB betragen 417,3 Mio. Euro und seien damit doppelt so hoch wie die gesetzliche Vorgabe von 207,1 Mio. Euro. Dieser Überschuss ermögliche sowohl die Risikoabsicherung als auch Investitionen. Das Betriebsergebnis betrug im Berichtsjahr 22,11 Mio. Euro (Vorjahr 25,64 Mio. Euro). Die Verminderung resultiere vor allem aus geringeren Beteiligungserträgen.

Eine Herausforderung im Pandemiejahr sei es gewesen, die Kunden unbürokratisch bei Überbrückungshilfen und Stundungen zu unterstützen. 2020 nahmen 2.820 Kunden eine Kreditstundung in Anspruch, dies seien um knapp zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Das Gesamtvolumen betrug 17,6 Mio. Euro (nach 9,5 Mio. Euro im Vorjahr). 4,8 Mio. Euro davon entfielen auf das gesetzliche Moratorium. Zusätzlich zu den Stundungen wurden von 249 Kunden Überbrückungsfinanzierungen in einer Gesamthöhe von 29,5 Mio. Euro in Anspruch genommen.

Noch gebe es keine maßgeblichen Ausfälle am Markt, da die meisten Stundungsprogramme noch laufen, gab Vorstandsdirektorin Eva Fugger zu bedenken. Mittelfristig, in den nächsten zwei, drei Jahren rechnet sie allerdings mit erhöhten Ausfällen und dafür müsse vorgesorgt werden. Fugger verwies auch auf verstärktes Monitoring bei Kunden aus besonders gefährdeten Branchen wie etwa die Eventbranche oder auch Kfz-Zulieferern.

Was die neue, eigene Einlagensicherung betrifft, gebe es bereits die Genehmigungsbescheide, so Fugger. Ende des Jahres werde Raiffeisen nach dem Ausstieg aus der Einlagensicherung über eine eigene verfügen.

Nach der Schließung der Commerzialbank Mattersburg im Juli 2020 habe die Raiffeisenlandesbank 250 Mio. Euro Einlagen gewonnen. In der ersten Phase mussten die Öffnungszeiten verlängert und Konten eröffnet werden, damit die Einlagensicherung den betroffenen Kunden das Geld überweisen kann, schilderte Könighofer. Bei den 2.600 neuen Kunden hofft man nun, dass aus dem Service im ersten Schritt ein Geschäft wird und sie auch andere Produkte bei Raiffeisen abschließen. Im Geschäftsjahr 2021 will die RLB in allen Segmenten weiter wachsen, so der Generaldirektor.