Energiekosten: Lob des Deckels

Erstellt am 01. Dezember 2022 | 04:56
Lesezeit: 3 Min
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SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst und Klubobmann Robert Hergovich wollen auch Ende des „Merit Order-Preistreibens“.
Foto: Kaiser
Burgenland Energie und Landesregierung wollen mit Preisstaffelung hohe Energiekosten abfedern. Mit BVZ-Umfrage!
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Viele EU-Länder haben bereits die Energiepreise gedeckelt, Deutschland etwa auf 40 Cent pro Kilowattstunde (kWh), in Ungarn zahlt man dafür derzeit 10 Cent. Die Bundesregierung steigt ab Dezember auf die „Energiepreisbremse“: Sie ersetzt Energieunternehmen 30 Cent pro kWh.

Ein Preis von 46 Cent pro kWh, wie ihn die Wien Energie seit der vorgezogenen Preisanpassung im Herbst verlangt, würde den Privathaushalten also 16 Cent pro kWh kosten.

Diese Bremse greift bis zu einem Jahresverbrauch von 2.900 kWh. Ein Durchschnittshaushalt braucht im Jahr 2.500 bis 3.500 kWh Strom. „Das Bundes-Modell vernachlässigt Mehr-Generationen-Haushalte, die ja pro Kopf ökologischer sind, aber insgesamt einen höheren Verbrauch haben. Wir fordern eine echte Preisbremse“, so SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst und Klubobmann Robert Hergovich bei einer Pressekonferenz am vergangenen Montag.

Zu dieser gehöre auch eine Deckelung des Gaspreises. Was darin auch nicht einbezogen ist, wie der BVZ ein Leser mit Wohnsitz Salzburg und also leidvoller Erfahrung berichtet, sei Heizstrom (z.B. Elektroheizungen).

Preiserhöhung soll abgefedert werden

Die Zeit für eine Abfederung drängt: Mit Jänner werden die Preise der Burgenland Energie angepasst. Noch wird in der Kasernenstraße gerechnet, eine Anhebung auf das Niveau von Wien oder NÖ, würde für viele empfindliche Mehrkosten bedeuten. Auf BVZ-Nachfrage beruhigte Hergovich: Es werde eine Preis-Staffelung geben, damit die Erhöhungen die Haushalte nicht mit voller Wucht treffen.

Zur genauen Ausgestaltung dieser Staffeln soll es am Donnerstag nähere Informationen geben, die Burgenland Energie beruhigt vorab: Haushalte mit durchschnittlichem Verbrauch sollen in etwa zu den Vorjahreskosten ihren Strom beziehen können. Und allein durch das Nicht-Vorziehen der Preisanpassung, wie in Wien und NÖ passiert, hätte sich der burgenländische Durchschnittshaushalt heuer über 600 Euro erspart, so Fürst.

ÖVP-Chef Christian Sagartz bewertet das als „Ablenkungsmanöver“: „Solange die Burgenland Energie Millionenwerte hat, die sie an Dividende ausschütten kann, wäre es jetzt legitim etwas davon den Kunden zurückzugeben. Wir fordern Energiegutscheine für die Haushalte und Betriebe.“

Global2000: Burgenland Energie fossiler Nachzügler

Auch an einer anderen Front tut sich derzeit eine Flanke auf: Die Umweltorganisation Global2000 bewertete regionale Energieversorger nach deren Nachhaltigkeit, die Burgenland Energie fiel in die schlechteste Kategorie „Fossiler Nachzügler“.

Das stößt in der Kasernenstraße auf Unverständnis: Die NGO habe eine alte Modernisierungs-Aktion, die auch Ölheizungen eingeschlossen habe, in die Wertung einbezogen. Die Aktion sei lang abgelaufen, wieso man sie noch einbeziehe, sei unverständlich, heißt es von der Burgenland Energie.

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