Glyphosatfreies Burgenland: Arbeitsgruppe eingesetzt. Eine Arbeitsgruppe soll im Burgenland den Weg in Richtung glyphosatfreie Landwirtschaft zu ebnen. Das Gremium solle Maßnahmen definieren, durch die "wir einen Riesenschritt in Richtung 100 Prozent Bio im Burgenland gehen können", kündigte der SPÖ-Landesparteivorsitzende, Hans Peter Doskozil, am Montag an. Die Arbeitsgruppe werde unter anderem aus Förder- und Rechtsexperten bestehen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 08. Oktober 2018 (16:06)
APA (dpa)
Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein

Angesichts von Berichten über belastete Böden und über die Gefährlichkeit von Pestiziden wäre es "unverantwortlich" von der Politik, "dieses System der Pestizide, des Glyphosats" weiterzubetreiben, meinte der Landesparteivorsitzende und Finanzlandesrat. Doskozil bekräftigte damit seine Pläne, den Biolandbau zu forcieren und Glyphosat aus der Landwirtschaft verbannen zu wollen. Wenn mit Jahresende etwa die ÖPUL-Förderung der EU für den Umstieg auf Biolandbau auslaufe, "dann müssen wir hier einspringen", meinte Doskozil. Der finanzielle Schwerpunkt werde künftig vor allem in Richtung Biolandwirtschaft gehen. "Die Landwirte werden in dieser Frage unsere Partner sein", betonte Doskozil.

Agrarlandesrätin Verena Dunst (SPÖ) berichtete, dass die Menschen einen immer kleineren Teil ihres Einkommens für Lebensmittel aufwenden würden. 2017 seien es nur noch zwölf Prozent gewesen. "Das wird aber so nicht bleiben können", sagte Dunst. Die Landwirte könnten nur mit fairen Preise überleben.

"Jeden Tag sperrt im Burgenland ein Betrieb zu", so die Agrarlandesrätin. Von den derzeit rund 9.000 Betrieben werde etwa die Hälfte im Nebenerwerb geführt. Etwa 2.000 seien noch Vollerwerbsbetriebe, der Rest Genossenschaften oder Gesellschaften.

Helmut Burtscher-Schaden von Global 2000 wies darauf hin, dass die billigen Preise im Supermarkt nur scheinbar günstig seien, da es durch den Einsatz von Pestiziden auf der anderen Seite zur Zerstörung der Insekten- und Vogelvielfalt komme. Auch das Gleichgewicht der Fließgewässer sei dadurch bedroht. In Richtung Biolandwirtschaft zu gehen sei daher ein "wichtiger und richtiger Schritt".