Schritt für Schritt zum Bioland. Beschluss zur „Bio-Wende“ soll den Umstieg forcieren. Im Landtag wurde dazu heftig diskutiert. In der Bilanz schwankt das Burgenland zwischen Spitzen- und Mittelfeld.

Von Alexandra Gollubics-Prath und Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 24. Oktober 2018 (05:42)
Foto/Karte: Smileus; lisheng2121/Shutterstock.com; Grafik: Bischof
Bio-Statistik. Im Bundesländer-Vergleich belegt das Burgenland Platz zwei in Sachen Bio-Ackerland – das Ziel sind 100 Prozent – und Platz drei beim Dauergrünland. Bei Weingärten und Obstanlagen will man aufholen.

„Bio-Wende“ scheint das Wort der Stunde zu sein. Im Landtag fand es nun mit einem Dringlichkeitsantrag Eingang: Die Regierungsparteien SPÖ und FPÖ gaben gemeinsam mit Grünen und LBL das große Ziel „100 Prozent Bio“ aus.

Laut der letzten Biostatistik belegt das Land im Ackerbau derzeit den zweiten Platz (siehe Grafik). Die Wende soll durch eine stärkere Förderung von Biolandwirtschaft gelingen, heißt es im Antrag. Dieser Punkt führte aber auch zu den jüngsten Debatten zwischen Land und Landwirtschaftskammer. Wie berichtet, sollen nur mehr Beratungen zum Bio-Umstieg finanziert werden; unterm Strich würden damit die Gelder auf eine Million Euro halbiert.

Kammer-Präsident Nikolaus Berlakovich, der der Landtagssitzung mit seinem Team auf den Zuschauerrängen beiwohnte, und Landesrätin Verena Dunst kommen am 29. Oktober zur nächsten Verhandlung zusammen. Kritisch äußerten sich der freie Abgeordnete Gerhard Steier und die ÖVP, die einen Abänderungsantrag einbrachte. Das Land solle im eigenen Wirkungsbereich sofort auf Bio umstellen, hieß es.

„Umdenken auch bei Konsumenten gefragt“

Eine Forderung, der auch Franz Traudtner, Obmann von Bio Austria Burgenland, einiges abgewinnen kann. Dem Streben des Landes nach einer „Bio-Wende“ steht er positiv gegenüber, gibt aber zu bedenken: „Was nützen uns 100 Prozent Bio, wenn sie nicht im Kühlschrank der Leute ankommen?“ Bio müsse „in den Köpfen der Konsumenten, aber auch der Bauern wachsen“. Geht es nach dem Land, soll ein größeres Bio-Angebot auch am Markt für ein Umdenken sorgen.

Foto/Karte: Smileus; lisheng2121/Shutterstock.com; Grafik: Bischof
Bio-Statistik. Im Bundesländer-Vergleich belegt das Burgenland Platz zwei in Sachen Bio-Ackerland – das Ziel sind 100 Prozent – und Platz drei beim Dauergrünland. Bei Weingärten und Obstanlagen will man aufholen.

Bisher sei man „organisch“ gewachsen, heißt es vonseiten Bio Austria: Im Jahr 2000 gab es 319 Biobetriebe im Land, aktuell sind es schon über 1.000 Betriebe.

Pläne des Landes

Ausweitung der Bio-Produktion und der Gestaltung des „Biolandes Burgenland“.

Landes-Gelder sollen „nur mehr für Bio-Beratungen ausgezahlt werden“.

Der Bio-Flächenanteil, der derzeit bei 31 Prozent liegt, soll mittelfristig auf 100 Prozent wachsen.