Verbauung: Wein-Obmann Siess will Flächen bewahren. Jährlich werden 180 Hektar Acker, Wälder oder Weingärten verbaut und stehen für die Landwirtschaft nicht mehr zur Verfügung.

Von Nina Sorger. Erstellt am 09. Februar 2018 (05:10)
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Gegen Verbauung. Wein Burgenland Obmann Matthias Siess.

„Im Burgenland werden pro Tag 0,4 bis 0,7 Hektar Agrarfläche pro Tag verbaut, das sind aufs Jahr gerechnet 150 bis 180 Hektar Grund, die verbaut werden“, erklärt Wein Burgenland-Obmann Matthias Siess. Und gibt zu bedenken: „Es ist nicht nur so, dass für uns Landwirte und Winzer diese Flächen nicht mehr zur Verfügung stehen, sondern auch das Wohnklima darunter leidet.“

Siess weiter: „Quasi jede Gemeinde des Landes schafft Industriegebiete. Klar, Arbeitsplätze bringen Geld und eine Ansiedelung oft Förderungen für die Unternehmen. Doch vielerorts gehen die Firmen leider rasch pleite, was übrig bleibt, sind Industrieruinen.“

Hier hat Siess folgenden Vorschlag: „Statt am nächsten Eck wieder ein Industriegebiet neu zu schaffen, könnte man doch die leer stehenden Gebäude revitalisieren und neu nutzen.“ Viele Kunden verlangen Bio, derart zu handeln ist gar nicht so leicht, erklärt Siess: „Für biologische Hofführung werden entsprechende Freilaufflächen für Tiere verlangt, diese zu bieten, ist oft schon nicht mehr möglich.“

Pläne wie die Bahntrasse im Bezirk Eisenstadt ärgern ihn: „Hier soll hektarweise Grund versiegelt werden, der somit für künftige Generationen verloren ist.“ „Und wofür“, fragt sich Siess, „damit der Zug, wenn alles gut geht, zehn Minuten früher in Wien ist?“ Siess erklärt, dass es gerade im agrarischen Bereich wichtig ist, an künftige Generationen zu denken: „Wenn ich heute eine Rebe pflanze, dann kann ich in fünf Jahren ernten. Wenn ich heute Grund verkaufe oder verbaue, dann ist er auf ewig weg.“