Namenstausch als „100-prozentige Marken-Entscheidung“

Erstellt am 23. Mai 2022 | 11:48
Lesezeit: 3 Min
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Neues Logo, altes Logo. Die Burgenland Energie tritt nun in Schwarz mit Sonne und bunten Punkten auf.
Foto: Wolfgang Millendorfer
Zur Diskussion um den Namenswechsel von „Energie Burgenland“ zu „Burgenland Energie“ nahm nun Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma Stellung: „Der neue Markenauftritt wurde im Aufsichtsrat beschlossen.“
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Gemunkelt wurde über die Namensänderung schon länger, und als die ersten Logos von getauscht wurden, folgte die politische Diskussion auf den Fuß: Nach zehn Jahren heißt „Energie Burgenland“ ab sofort „Burgenland Energie“. In Zeiten steigender Preise „verschleudere“ das Landes-Unternehmen Millionen für den neuen Auftritt, merkte die ÖVP an. Die Kritik kam nicht nur von der Landespartei, sondern auch von ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner. Prompt dementierte das Unternehmen; am Montag erklärte Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma die Änderungen in Bild und Text mit einem einstündigen Pressegespräch.

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Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma mit altem und neuem Logo
Foto: Wolfgang Millendorfer

Beginnend von der Geschichte des einstigen Energieversorgers – aus BEWAG und BEGAS wurde 2012 die „Energie Burgenland“ – referierte Sharma auch über die Änderungen der Strategie seit dem Antreten des neuen Vorstandes: „Wir sehen uns nicht mehr als klassischer Energieversorgungs-Unternehmen, sondern als Entwickler grüner Technologien.“ Zur Zielsetzung, vielen Menschen im Land die (Selbst-)Versorgung mit Photovoltaik zu ermöglichen, sei in einem rund einjährigen Prozess die Sprache auch auf einen „Konflikt in der Wort-Bild-Marke“ gekommen: „Da das ,B‘ im Logo immer prominent war, sagten viele Menschen schon von sich aus ,Burgenland Energie‘ und nicht umgekehrt“, erklärt Sharma.

Neuer Name, andere Strategie

Prominentes Beispiel war Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, der diese Formulierung in der Vergangenheit öfters verwendet hatte. Das Land habe aber beim Markenprozess nicht mitgeredet, betont Sharma: „Es war eine klassische Entscheidung der Unternehmensentwicklung.“ 

Auch auf die vorangegangene finanzielle Kritik ging Unternehmens-Chef Sharma ein. Drei Millionen Euro hatte die ÖVP als Ausgaben für den neuen Auftritt vorgerechnet, das stimme „nicht einmal ansatzweise“, konterte die Burgenland Energie. Sharma verweist auf einen Aufsichtsratsbeschluss zur Namensänderung und auf Einsparungen von bis zu einer Million Euro im Marketingbudget. Was bleibt, ist die Kritik an weitreichenden Änderungen „mitten in einer Energiekrise“.

Dazu verweist die Burgenland Energie auf den laufenden Ausbau mit Photovoltaik-Anlagen, einerseits auf Landesflächen, andererseits auf privaten Dächern. In einer Woche wird auch die mit Spannung erwartete und ebenfalls von Landeschef Doskozil bereits angekündigte Speicher-Lösung für Sonnen- und Windstrom präsentiert.