Öffentlicher Verkehr wird um rund 7 Mio. Euro ausgebaut. Der öffentliche Verkehr wird im Burgenland um rund sechs bis sieben Millionen Euro ausgebaut. Dies erfolgt im Rahmen der neuen Gesamtverkehrsstrategie, die in Kürze vorgestellt werden soll, erklärte Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 13. April 2021 (10:47)

In der ersten Phase steht das Südburgenland im Zentrum, wo unter dem Titel "Burgenland Mobil" mit örtlichen Taxi-Betrieben die "Fläche" bedarfsorientiert erschlossen werden soll.

In den vergangenen Monaten wurde die Gesamtverkehrsstrategie aus dem Jahr 2014 zunächst evaluiert und schließlich komplett neu erarbeitet. Hierzu wurde auch eine Bürgerbefragung durchgeführt und diese führte laut Dorner zu dem Ergebnis: "Die Bürger wollen direkte, schnelle Verbindungen in die Zentren." Wird das Angebot ausgeweitet, sei man auch bereit, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. Der Ausbau sei den Befragten damit auch wesentlich wichtiger als etwa günstigere Ticketpreise, so der Landesrat.

Die Wünsche und Anliegen der Bevölkerung werden in Maßnahmen gegossen, so Dorner. Mit einem Achsen-System schaffe man schnelle, attraktive Verbindungen in die Zentren und die Bezirksvororte. Abseits der Bus- und Bahn-Achsen ist ein flächendeckendes Angebot durch ein flexibles System mit dem Titel "Burgenland mobil" geplant. Das Konzept soll bis Juli 2022 umgesetzt sein. Mit diesem bedarfsgesteuerten oder micro-öffentlichen Verkehr soll auch die Fläche erschlossen werden. Der Landesrat sprach von einem Meilenstein, auch im Sinne des klimafreundlichen Verkehrs.

Die Bahn-Achsen bzw. Regio Plus Bus-Achsen sollen tagsüber zumindest stündlich, in der Hauptverkehrszeit öfter unterwegs sein, die Bedienung ist zumindest von 5 bis 22 Uhr vorgesehen. Die Regio Bus-Achsen sind tagsüber zumindest zweistündlich, in der Hauptverkehrszeit öfter und ebenfalls von zumindest 5 bis 22 Uhr unterwegs. "Burgenland Mobil" wiederum startet in den Bezirken Güssing und Jennersdorf, um flächendeckenden, flexiblen Verkehr mit einer Vorbestellzeit von maximal 60 Minuten zu ermöglichen. Das System soll dann Richtung Norden erweitert werden. Umgesetzt wird der Ausbau durch die Verkehrsbetriebe Burgenland, wo nötig mit dem VOR sowie örtlichen Taxi-Betrieben. Der Schülerverkehr bleibe unverändert. Bereits installiert ist die Südburgenland Linie in Richtung Graz. Diese werde gut angenommen, so Dorner.

Wolfgang Werderits, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Burgenland, erklärte, künftig sollen Pendler aus dem Südburgenland nach Eisenstadt oder Neusiedl am See kommen und abends öffentlich wieder heimfahren können, ohne Übernachtung. In Oberwart werde die Minute 15 und 45 als zentraler Abfahrts- und Ankunftszeitpunkt gelten, an der sich andere, etwa Schulen oder die Arbeitszeiten orientieren sollen, so Werderits. Geschaffen wird für das Südburgenland auch eine zentrale Telefonnummer, hierzu habe man schon Gespräche mit örtlichen Taxi-Unternehmen aufgenommen.

Land Burgenland

Im Zuge der Arbeiten an der Gesamtverkehrsstrategie habe sich ein gezeigt, dass es in der Bevölkerung zu einem Bewusstseinswandel kommt und der Verkehr als Hauptverursacher der CO2-Emissionen erkannt wird, stellte Gesamtverkehrskoordinator Peter Zinggl fest. Das Burgenland sei aber vom Autoverkehr abhängig, habe den größten Pendleranteil und den größten Anteil an Streusiedlungen: "Es wäre eine Utopie, zu sagen, dass man aufs Auto verzichten kann." Eine große Rolle soll daher auch die Elektromobilität spielen.