Burgenland übernimmt Vorsitz bei Landesagrarreferenten. Seit Sonntag hat das Burgenland nun bis Jahresende den Vorsitz in der Landesagrarreferentenkonferenz inne. Einen wichtigen Aspekt bilde dabei der künftige, mehrjährige EU-Finanzrahmen, so Agrarlandesrätin Verena Dunst (SPÖ) am Dienstag in Eisenstadt. Dieser solle laut Kommission bis spätestens Mai festgelegt werden. Die Landesrätin sprach sich dabei gegen Kürzungen im Agrarbereich aus.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 03. April 2018 (13:43)
Millendorfer
Koordinator Manfred Cadilek, Referatsleiterin Barbara Weißeisen-Halwax, Landesrätin Verena Dunst, Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Stefan Hautzinger (v.l.)

Mit Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) habe sie bezüglich des EU-Finanzrahmens bereits mehrere Gespräche geführt. Beide wollten gemeinsam das Gleiche - "nämlich, dass wir hier nicht weniger Geld haben und dass wir nicht kampflos unsere Position aufgeben", sagte Dunst im Hinblick auf Spekulationen über Kürzungen im ländlichen Raum in Europa "im zweistelligen Milliardenbereich".

Die Landesrätin zog auch Bilanz über ihre bisherige Tätigkeit in der laufenden Legislaturperiode. Als einen der Eckpunkte nannte sie dabei die Umsetzung des 25-prozentigen Zuschusses durch das Land zu einer umfassenden Ernteversicherung. Heuer wolle man 4,7 Mio. Euro für die Kofinanzierung der Prämien in die Hand nehmen.

Reformbedarf bei ELER-Programm

"Nicht optimal" sei aus burgenländischer Sicht die Mittelausgestaltung im Bereich des ELER-Programms (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes, Anm.). Hier gebe es viele Punkte, die mehr dezentral gesteuert werden müssten.

Seitens des Bundes habe man "die Zusage, dass jedenfalls die ELER-Mittel nicht geringer werden sollen", so Manfred Cadilek, der während des Burgenland-Vorsitzes die Aufgabe eines Koordinators übernimmt. Ob dabei die Bundesmittel alleine gemeint seien oder die Gesamtmittel, sei eine andere Sache.

Bei einer Neugestaltung des ELER-Programms gebe es aus burgenländischer Sicht zwei wichtige Punkte, erläuterte Cadilek: Einerseits sei eine Entbürokratisierung der komplexen Systeme im Bereich des Antragswesens sowie im Kontrollwesen und im Auszahlungsbereich notwendig. Weiters solle ELER für das Burgenland attraktiv werden, besonders für die Landwirte. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass man mehr Flexibilität brauche, um auf kurzfristige Veränderungen schneller einzugehen.

"Kluge Eiweiß-Strategie"

Wichtig für eine künftige Weiterentwicklung in der Agrarpolitik sei eine "kluge Eiweiß-Strategie", sagte Landwirtschaftskammerpräsident Franz Stefan Hautzinger. Europa und Österreich seien im Hinblick auf die Versorgung mit Eiweißfuttermitteln "sehr verletzbar". Hier könne man sicher noch einen Schritt in Richtung Ausweitung des Sojaanbaues machen.

Angesichts der volatilen Märkte sei es wichtig, über die Einsetzung eines Krisenfonds auf europäischer Ebene nachzudenken. So könne man rasch helfen, wenn eine Branche durch Zusammenbruch der Märkte in eine Schieflage komme.

Dunst bedankte sich bei Hautzinger, der seit November 1990 als Präsident der Landwirtschaftskammer Burgenland amtiert und in der kommenden Vollversammlung die Funktion an seinen Nachfolger übergibt, für die gute Zusammenarbeit. Hautzinger gab das Kompliment zurück: Man habe von Anfang an nach dem Motto gearbeitet: "Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg."