Gegen ein „Technologie-Verbot“. Interessensvertretungen und Unternehmen sprechen sich gegen Zulassungsverbot für Verbrennungsmotoren aus.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 08. April 2021 (03:33)
„Alle Wege offen halten“. Klares Bekenntnis zur CO2-Neutralität – und zur Wahlfreiheit zwischen Verbrennungsmotor und E-Mobilität.
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Der offene Brief, der von einer ganzen Reihe namhafter Unterzeichner an Bundeskanzler Sebastian Kurz gerichtet wurde, ist zum einen ein „Plädoyer für Klimaschutz, Konsumentenschutz und Beschäftigung“; damit zusammenhängend tritt man auch vehement einem möglichen Verkaufsstopp für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor entgegen.

Ein solches ist keine Utopie, im Gegenteil: Die Vertreter von neun EU-Staaten – inklusive Österreichs Umweltministerin Leonore Gewessler – haben die EU-Kommission dazu aufgefordert, ein Ausstiegsdatum für den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotor zu nennen, um das Klimaziel zu erreichen. Ein Neuzulassungs-Verbot und ein generelles Verbot von Verbrennungsmotoren sehen die Unterzeichner aber in mehrfacher Hinsicht als kontraproduktiv.

„Es braucht die Mehrgleisigkeit“

So wird Bundeskanzler Kurz dazu aufgefordert, dem von Ministerin Gewessler forcierten Zulassungsverbot auf EU-Ebene „entschieden entgegenzutreten“ und sich im Gegenzug in Brüssel für nachhaltig erzeugte erneuerbare Kraftstoffe einzusetzen.

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Darüber hinaus solle die Klimafreundlichkeit anhand einer Lebenszyklus-Analyse beurteilt werden: Ein Verbrennungsmotor, der mit nachhaltig erzeugten biogenen Kraftstoffen betrieben wird, sei ebenso CO2-neu-tral wie ein Elektromotor, argumentieren die Unterzeichner, zu denen neben führenden Marken auch die Vertreter der Automobilclubs ÖAMTC und ARBÖ sowie der Wirtschaftskammer zählen. Bereits in der Vergangenheit schlug etwa der ÖAMTC die stufenweise Erhöhung des biogenen Anteils in Benzin und Diesel vor.

Ein Technologie-Verbot würde im Umkehrschluss nicht nur die CO2-Ziele gefährden – weil es riskant sei, mit der Elektromobilität alles „nur auf eine Karte zu setzen“ –, sondern auch Arbeitsplätze: Bis zu 355.000 in der Branche wären davon betroffen, wird gewarnt.