Nemeth verlässt Energie Burgenland-Aufsichtsrat. Wirtschaftskammer-Präsident Peter Nemeth verlässt den Aufsichtsrat der Energie Burgenland.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 13. Januar 2020 (14:26)
Sind sich über Mindestlohn uneins: Peter Nemeth und Hans Peter Doskozil.
Millendorfer

Paukenschlag in Eisenstadt: Das langjährige Aufsichtsratsmitglied der Energie Burgenland, Peter Nemeth, hat am Montag seinen Rücktritt aus dem burgenländischen Energiekonzern bekanntgegeben. Wie aus dem engsten Kreis des WK-Präsidenten zunächst zu erfahren war, sollen Aussagen von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil - der als Landeschef auch oberster Eigentümervertreter ist - ausschlaggebend gewesen sein. Er hatte Privat-Unternehmer kritisiert, die nicht den 1.700-Euro-Mindestlohn zahlen.

SP-Fürst: "Wahlinteressen über Landesinteresse"

Seitens der SPÖ gab Landesgeschäftsführer Roland Fürst gegenüber der BVZ eine Stellungnahme ab: „Ich finde es bezeichnend, dass Peter Nemeth seine Wahlinteressen – im Hinblick auf die Landtags- und Wirtschaftskammer-Wahl – über jene des Landes stellt. Ich denke, der Landeshauptmann hat bewiesen, dass er wirtschaften kann, unter anderem mit der höchsten Wirtschaftsförderung im Budget und dem Handwerker-Bonus. Für die SPÖ ist der Mindestlohn unverhandelbar und wir wollen damit auch Unternehmer dazu anregen. Offensichtlich verwechselt Peter Nemeth seine Funktion als Wirtschaftskammer-Präsident mit jener des Wirtschaftsbund-Obmannes.“

Nemeth: "Für mich ist das konsequent"

Seitens der Wirtschaftskammer wurde auf ein Schreiben von Präsident Nemeth verwiesen, mit dem er am 9. Jänner den Aufsichtsrats-Vorsitzenden Hans-Peter Rucker sowie Energie-Burgenland-Vorstandsvorsitzenden Michael Gerbavsits und Vorstandsdirektor Alois Ecker von seinem Schritt informiert habe. Nemeth habe darin betont, dass das Unternehmen gut geführt sei und seine persönliche Entscheidung nichts mit der Energie Burgenland zu tun habe. Auf BVZ-Anfrage heißt es von Nemeth: „Für mich ist das konsequent: Wenn ich als Unternehmer am Vormittag als ,Gauner‘ tituliert werde, kann ich am Nachmittag nicht im Aufsichtsrat für ein Landesunternehmen sitzen.“

 Posten wird rasch nachbesetzt

 Hans Peter Rucker, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Energie Burgenland AG und Geschäftsführer der Landesholding Burgenland GmbH, meint auf BVZ-Anfrage: „Als Aufsichtsratsvorsitzender möchte ich mich bei Peter Nemeth dafür bedanken, dass er die Verantwortung als Mitglied des Aufsichtsrats der Energie Burgenland AG übernommen hat. Wir haben stets sehr gut zusammengearbeitet. Ich habe mit Peter Nemeth telefoniert, seine Gründe für das Zurücklegen sind persönlich. Ich habe dies mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Der Rücktritt ist ab 8. Februar 2020 wirksam. Wie in der Vergangenheit auch, wird der frei werdende Platz im Aufsichtsrat so rasch wie möglich nachbesetzt.“